08 – Gibt es die Ausstellung auch in anderen Sprachen, zum Beispiel Englisch?

In der Ausstellung finden Sie nur Texte in deutscher Sprache. Im Laufe des Jahres 2023 erscheint ein Multimediaguide, der neben einem Audioguide auch alle Ausstellungstexte in mehreren Sprachen, zum Beispiel Englisch abbilden wird. Wir informieren Sie darüber auf unserer Website und unseren Social-Media-Kanälen.

07 – Wieso werden zu den Panzern keine Uniformen gezeigt?

Ausstellungsklima:

Die aktuellen Ausstellungshallen verfügen über keine Heizung und sind schlecht isoliert. Museumsobjekte brauchen im Mittel eine Temperatur zwischen 18 bis 22° C bei einer relativen Luftfeuchte von 45 bis 55 Prozent, um keinen Schaden zu nehmen. Klimamessungen in den Hallen über das Jahr ergaben Schwankungen zwischen -1° bis 30° C, die Luftfeuchtigkeit schwankte zwischen 29 bis 99 Prozent.

Was passiert mit den Objekten bei schlechtem Raumklima?

Durch das schlechte Raumklima liegt der Taupunkt zum Teil bereits bei 11° C: Ab dieser Raumtemperatur sammelt sich Kondenswasser an der Oberfläche der Objekte und Vitrinen, verursacht Schimmel und Wasserflecken. Uniformen, Helme und andere Ausrüstungsteile mussten aufgrund von Schimmelbefall aus der Ausstellung entfernt werden. Durch das massive Eindringen von Sonnenlicht werden Papier-, Textil- und Kunststoffobjekte ausgeblichen und brüchig. Zudem steigt durch die Sonneneinstrahlung die Temperatur auf den Objekten punktuell: Stahl, Gummi und Holz werden mürbe und reißen, Originallack blättert ab und ist für immer verloren. In die Risse dringt Kondenswasser und zerfrisst das Metall von Innen. Dies betrifft auch die Panzer und anderen Fahrzeuge in der Ausstellung. Dies soll mit dem Neubau des Museums verhindert werden (siehe FAQ „Warum ist das Panzermuseum immer noch nicht umgebaut?“).

Schimmelbefall auf einem Ausrüstungsteil der NVA

Schimmelbefall auf einem Ausrüstungsteil der NVA

Wieso werden die Objekte nicht in klimatisierten Vitrinen gezeigt?

Klimatisierte Vitrinen können diese großen Temperatursprünge nicht ausgleichen. Sie sind nur als Unterstützung geeignet, wenn Ausstellungsräume bereits temperiert sind. Zudem sind die Anschaffung, Wartung und der Betrieb sehr teuer. Ein Neubau von temperierten Hallen ist ökonomischer, nachhaltiger und schützt auch die Großobjekte.

Warum werden die Kleinobjekte nicht woanders gezeigt? Der Bereich, in dem zuvor die Ausstellung „Elemente des Krieges“ gezeigt wurde, kann nicht mehr als Ausstellungsbereich genutzt werden (siehe FAQ Wo ist der Ausstellungsbereich „Elemente des Krieges“?). In der zum Teil beheizten Lobby des Museums können für eine kurze Dauer Objekte gezeigt werden. Wir versuchen daher, Ihnen an diesem Ort wechselnde Sonderausstellungen anzubieten. Auf unserer Webseite können Sie sich im Format „Objekt des Monats“ einen Eindruck von den Kleinobjekten unserer Sammlung verschaffen und auch auf unserem YouTube-Kanal stellen wir Kleinobjekte der Sammlung vor.

01 – Was bedeutet das Zitat an der Museumswand?

Wer aber den Frieden will, der rede vom Krieg
Walter Benjamin

Wer war Walter Benjamin?

Walter Benjamin (1892-1940) war Übersetzer und Philosoph. Als assimilierter Jude und Kommunist floh Benjamin im Jahr 1933 aus Deutschland ins Exil. Dort tötete er sich im Jahr 1940 aus Angst vor einer Auslieferung an die Nationalsozialisten mit nur 48 Jahren. Seine Werke wurden zu seinen Lebzeiten nur wenig wahrgenommen. Seit den 1960er Jahren jedoch gilt Benjamin als einer der großen Denker des 20. Jahrhunderts.

Woher stammt das Zitat?

Das gewählte Zitat stammt aus dem Aufsatz „Friedensware“ aus dem Jahre 1926. Benjamin kritisiert darin, dass ein Pazifismus nichts nutze, der nicht die Kraft habe, sich offen und kritisch mit eben dem Krieg zu befassen, den er ablehnt. So ein unkritischer Pazifismus sei kaum mehr als ein moralisches Feigenblatt und oft ein nützliches Lippenbekenntnis für diejenigen, die den Krieg eigentlich doch für ein berechtigtes Mittel halten.

„Si vis pacem para bellum“

„Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg.“ Diese römische Redewendung zielt darauf ab, Frieden mit der Androhung und Ausübung kriegerischer Gewalt zu erzwingen. Benjamins Zitat will diesen Ansatz nach der Erfahrung des unkontrollierten, industriellen Massenschlachtens des Ersten Weltkrieges weiterentwickeln.

Das Rüsten zum Krieg würde unter den Vorzeichen des Totalen Krieges keinen Frieden, sondern nur Leid und Vernichtung bringen. Wenn der Krieg aber unführbar geworden sei, müsse die Menschheit diesen künftig gänzlich vermeiden. Und um dies zu erreichen, müssen die Schrecken des modernen Krieges ungeschönt und krass gezeigt, besprochen, erinnert werden – um jeder Versuchung zur Kriegführung den Boden zu entziehen. Eine kleine Änderung in der Wortwahl, eine große Änderung in der Aussage.

Was bedeutet das Zitat für das Panzermuseum?

Das Museum vertritt aktiv die Werte der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, zu denen auch die Ablehnung von Krieg zählt, soweit dies irgend möglich ist. Unser Beitrag dazu ist, die Besucher:innen zur fundierten, kritischen und selbstständigen Auseinandersetzung mit Krieg anzuregen. Unsere Darstellung von Krieg muss deshalb ehrlich und schonungslos sein. Sie kann dem Frieden nur dienen, wenn nichts verharmlost und nichts beschönigt wird. (siehe FAQ: Warum werden Gewaltbilder in der Ausstellung gezeigt?)

09 – Warum gibt es keine Militär-Modellbauausstellung im Panzermuseum mehr?

Was war die Militär-Modellbauausstellung?

20 Jahre lang gab es im Panzermuseum einen festen Programmpunkt: Die Militär-Modellbauausstellung. Die zweitägige Veranstaltung hatte einen hervorragenden Ruf in der Modellbauszene und begeisterte auch andere Menschen für das Thema.

Neue Inhalte, neue Dauerausstellung:

In der Zwischenzeit hat sich im Panzermuseum viel getan. Eine neue Dauerausstellung wurde entwickelt, die seit Februar 2023 zu sehen ist. Sie verwirklicht den Anspruch, den das Haus in den letzten 10 Jahren entwickelt hat und der nur durch die bürokratische Verzögerung des Umbaus bisher nicht vollständig umgesetzt werden konnte: Die Panzer in den Hallen in einen historischen Kontext einzubetten – und zwar in die hellen Seiten des Themas, wie zum Beispiel Kameradschaft und technische Leistungen ebenso, wie in die dunklen Seiten des Themas, zum Beispiel menschliches Leid und Verbrechen. Nun werden diese Inhalte in über 50 Texten und über 150 Fotos und Grafiken vermittelt. Die Tonalität der Ausstellung und des Hauses änderte sich damit zum ersten Mal nach 40 Jahren Bestehen drastisch. (siehe FAQ: Warum werden Gewaltbilder in der Ausstellung gezeigt?)

Messe und Museum passen nicht mehr zusammen:

Die Dauerausstellung war lange rein technisch geprägt: Panzer stand neben Panzer und die Objekttexte lieferten Informationen über das jeweilige Fahrzeug, aber größere historische Zusammenhänge wurden nicht dargestellt. Das war museologisch schade, hatte aber den Nebeneffekt, dass eine fröhliche und lockere Veranstaltung wie die Modellbauausstellung zwei Tage im Museum zu Gast sein konnte.

In der neuen Dauerausstellung passen die beiden Ansätze nicht mehr zusammen: Die neue Ausstellung enthält viele Informationen über die dunkle Seite von 100 Jahren Panzerei – in Wort und Bild. Wir haben uns daher dazu entschlossen, dass das Museum nicht mehr der richtige Ort für die Militär-Modellbauausstellung ist. Wir bedauern den Wegfall eines traditionellen Events im Jahr und wünschen dem Team und den Aussteller:innen alles Gute und haben unsere Hilfe bei der Suche nach einem neuen Ort angeboten.

05 – Wo ist der Ausstellungsbereich „Elemente des Krieges“?

Die „Elemente des Krieges“ waren ein im Jahr 2012 eröffneter Ausstellungsbereich, der viele Kleinobjekte zeigte. Die Handwaffen, Orden, Uniformen und Spielzeuge wurden hier historisch und kulturell eingeordnet. Der Bereich war bei vielen Besucher:innen beliebt und wurde mit großem Interesse betrachtet. Er musste im Jahr 2018 geschlossen werden und wird noch heute schwer vermisst.

Warum wurden die „Elemente des Krieges“ geschlossen?

Im September 2018 überprüfte der Militärische Abschirmdienst (MAD) routinemäßig den Bereich und kam überraschend zu dem Ergebnis, dass die Absicherung der Handwaffen in den Vitrinen nun nicht mehr ausreichte. Eine Umgehung dieser Regelung, zum Beispiel durch Bestandschutz, war leider nicht möglich und Einsprüche wurden abgewiesen. Mit sofortiger Wirkung musste daher dieser Bereich für den Besuchsverkehr gesperrt werden. Ein Umbau der Vitrinen, der den Anforderungen des MAD genügt hätte, ist zurzeit finanziell nicht leistbar. Das Museum besitzt auch keine demilitarisierten Handwaffen, die mit weniger Sicherheitsauflagen ausgestellt werden könnten.

Warum darf der MAD das entscheiden?

Der MAD darf diese Entscheidung aufgrund des Gestattungsvertrages treffen. Dieser regelt die gemeinsame Trägerschaft des Museums zwischen der Stadt Munster und der Bundeswehr. Nach dem Vertrag ist die Bundeswehr u.a. für „die Sicherheit des Ausstellungsgutes im Rahmen der vom Bundesminister der Verteidigung erlassenen Richtlinien verantwortlich.“ Daher wird und muss in regelmäßigen Abständen die Sicherung des Ausstellungsgutes „Kriegswaffen“ überprüft und ggfs. angepasst werden.

Warum werden Kleinobjekte, wie Uniformen und Orden nicht woanders gezeigt?

Eine Ausstellung der Kleinobjekte, die damals in den „Elementen des Krieges“ waren, ist an einer anderen Stelle im Museum aus konservatorischen und sicherheitstechnischen Gründen leider nicht möglich. Klimatisierte und gesicherte Vitrinen sind sehr teuer und können die hohen Temperaturunterschiede in den ungeheizten Hallen nicht ausgleichen (siehe FAQ: „Wieso werden zu den Panzern keine Uniformen gezeigt?“). Hier schließt sich der Kreis zu den zugesagten Bundesgeldern für einen Umbau des gesamten Museums (siehe FAQ: „Warum ist das Panzermuseum immer noch nicht umgebaut?“). Erst nach dem Umbau können auch Kleinobjekte endlich wieder gezeigt werden, sogar zwischen den Großexponaten.

03 – Wann findet „Stahl auf der Heide“ wieder statt?

„Stahl auf der Heide“ (SadH) ist eine Veranstaltungsreihe des Panzermuseums, bei der einmal im Jahr ausgewählte Panzer fahrend in Aktion gezeigt wurden. Im Jahr 2020 wurde die Veranstaltung ausgesetzt, da wir mit einem baldigen Beginn des großen Umbaus gerechnet haben. Da SadH viel Arbeit im Vorfeld und somit eine lange Vorlaufzeit bedeutet, wollten wir nicht, dass der Baubeginn ein in Planung befindliches SadH ausfallen lässt. „Stahl auf der Heide“ sollte stattdessen nach dem großen Umbau in neuer, größerer und besserer Form wieder durchgeführt werden.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass völlig unklar ist, wann der Baubeginn sein wird und dass er womöglich noch weitere Jahre auf sich warten lässt. Da wir im Februar 2023 mit der neuen Dauerausstellung einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Museums erreicht haben, prüfen wir im Laufe des Jahres 2023 die Neuauflage von SadH. Der frühestmögliche Zeitpunkt wäre durch die notwendige Vorbereitungszeit der Sommer 2024. Wir informieren über mögliche neue Termine auf unserer Website und unseren Social-Media-Kanälen.

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