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Objekt des Monats 03/2023

Objekt des Monats 03/2023

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum. Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten.

Filmplakat „Lebanon“, 2009

Inv. Nr.: DPM 6.2153

„Lebanon“ aus dem Jahr 2009 ist der erste Spielfilm des Regisseurs Samuel Maoz. Er verarbeitete darin seine Erlebnisse als Richtschütze eines Panzers im Libanonkrieg im Jahr 1982. Als erster israelischer Regisseur gewann er mit „Lebanon“ den Goldenen Löwen in Venedig.

Im Juni 1982 begann Israel die Invasion des Libanon mit dem Ziel, Operationsbasen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (Palestine Liberation Organization, PLO) zu zerstören. Diese hatten vom Staatsgebiet des Libanon aus wiederholt Israel angegriffen und Terroranschläge durchgeführt. Der Libanon selbst wurde bereits seit Jahren von einem Bürgerkrieg zerrüttet, in welchem die syrischen Streitkräfte verwickelt waren.

Der Film begleitet die israelische Besatzung eines Panzers vom Typ Scho’t, der auf dem britischen Kampfpanzer Centurion basiert, bei ihrem ersten Tag im Libanonkrieg. Sie begleiten Fallschirmjäger der israelischen Armee und haben keinerlei Kampferfahrung. Ihr Auftrag ist es, eine bereits von der israelischen Luftwaffe bombardierte Stadt im Libanon nach gegnerischen Kombattanten zu durchsuchen. Bis auf wenige Ausnahmen spielt der gesamte Film im Panzer. Die Zuschauer:innen können die Außenwelt nur durch die Optik des Richtschützen wahrnehmen und die Szenen wirken recht unverbunden wie Flashbacks aus der Erinnerung. Der Fokus liegt auf dem klaustrophobischen Kriegserlebnis im Panzer und auf dem emotionalen Konflikt der Besatzung.

Ein zentraler Konflikt ist der Umgang mit der Entscheidung zu töten oder nicht zu töten und der Angst vor dem getötet werden, wenn man nicht tötet. In einem Interview beschreibt der Regisseur diese Entscheidung als besonders schwierig als Panzersoldat. Als Pilot töte man ohne direkten Sichtkontakt und als Infanterist sei man direkt körperlich bedroht, doch als Panzersoldat sei man hinter der Stahlwand etwas geschützt, weshalb der Akt des Tötens „berechnender“ und „kaltblütiger“ sei. Beispielhaft für diese Entscheidung ist eine der ersten Szenen des Films: Die Besatzung bewegt sich gemeinsam mit den Soldaten durch das Gelände und ihnen fährt ein PKW entgegen. Der Richtschütze kann sich nicht überwinden auf das Fahrzeug zu schießen und die Männer im PKW töten einen israelischen Soldaten. Seine Leiche wird in den Panzer gelegt. Bei dem darauffolgenden Fahrzeug drückt der Richtschütze ohne vorherige Warnschüsse ab. In diesem sitzt jedoch ein Zivilist, den er schwer verstümmelt. Dem Handelnden werden die Konsequenzen seiner Entscheidungen direkt vor Augen geführt.

Das Filmplakat zeigt den Panzer in einem Sonnenblumenfeld. Es ist eine der wenigen Aufnahmen, die nicht im Panzer spielen und die letzte Szene des Films, worin sich die Besatzung nach ihrem ersten Tag im Kriegseinsatz wiederfindet. Die an diesem Tag erlebten Grauen stehen in einem bizarren Kontrast zu dem friedlichen und idyllischen Sonnenblumenfeld.

Der Film fügt sich in eine Reihe israelischer Filme dieser Zeit, welche sich entheroisierend mit Krieg beschäftigen und in welchen das persönliche Trauma im Vordergrund steht. „Lebanon“ erhielt vornehmlich positive Resonanz. Kritisiert wurde jedoch, dass der politische Kontext und damit die Frage der Verantwortung für den auch in Israel umstrittenen Krieg ausgeblendet wird. Samuel Maoz betont, dass es sich bei dem Film explizit um seine persönliche, subjektive Perspektive und seine Erlebnisse im Krieg handelt. Zudem habe er sich dafür entschieden, die Zuschauer:innen vornehmlich auf der emotionalen Ebene anzusprechen, wofür eine stärkere Verortung unnötig sei. Durch die Austauschbarkeit des Settings solle der Film so ein allgemeingültiger „Anti-Kriegsfilm“ sein.

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