Objekt des Monats 03/2019

Objekt des Monats 03/2019

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten.

Mundharmonika

Inventarnummer: DPM 7.80.1-2

Die Mundharmonika war einmal das meistverkaufte Musikinstrument der Welt. Sie deckte den Bedarf nach einem billigen Instrument, das schnell und ohne Notenkenntnisse erlernt werden konnte. Mit ihr war das private Musizieren nun nicht mehr allein dem Bürgertum vorbehalten, sondern auch ärmeren Arbeiterfamilien möglich. Das kleine Instrument war robust und ließ sich leicht überall hin mitnehmen. Diese Eigenschaften machten die Mundharmonika bei Soldaten sehr beliebt und die Hersteller produzierten vor allem in den Weltkriegen spezielle militärische Designs mit Namen wie „Kampf fürs Vaterland“. Die Mundharmonikafirmen nutzten alle Möglichkeiten für das Marketing ihres Produktes und gaben auch eigene Liederbücher heraus. Das Buch „Du und deine Harmonika, Soldatenlieder mit einer Spielanleitung für deine Harmonika“ der Firma Hohner enthielt Volkslieder und Propagandalieder wie „Ich bin des Führers Frontsoldat“.

Diese Mundharmonika der sächsischen Firma F.A. Rauner wurde zwischen 1935 und 1943 hergestellt und in einer verzierten Schachtel geliefert. Sie ziert die Abbildung eines marschierenden Musikkorps der Wehrmacht. Für Marschmusik war die Mundharmonika jedoch weniger geeignet. Sie war eher ein Soloinstrument. Die Mundharmonika war besonders bei Mannschaftssoldaten beliebt und galt als „Sorgenbrecher“. Ihr Spiel sollte eine Ablenkung vom Kriegsalltag bieten, Trost spenden und den Soldaten eine musische Betätigung ermöglichen. Die Wehrmachtführung und das Propagandaministerium waren bestrebt, auch das Freizeitverhalten der Soldaten nach ihren Wünschen zu beeinflussen. Die Verdrängung des Krieges in der Freizeit sollte die Soldaten seelisch entlasten und ihre Kampfkraft erhalten. Neben Film- und Musikaufführungen, Feldbibliotheken und Wettbewerben gehörte auch das Musizieren zu einer geförderten Freizeitbeschäftigung.

Das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion übernahm 1943 unter Albert Speer die zentrale Koordination der Wirtschaft. Es legte nahezu alle nicht kriegswichtigen Betriebe still oder verpflichtete sie zur Produktion von Rüstungsgütern, so auch die Firma F. A. Rauner. Nach wiederholten Protesten der Wehrmacht und dem Propagandaministerium wurde das Verbot zur Herstellung von Musikinstrumenten jedoch immer wieder ausgesetzt, weshalb doch eine kleine Zahl an Mundharmonikas bis Kriegsende produziert werden konnten.

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Feierlichkeiten zur Anbringung des Museumsgütesiegels

Am 05. März 2019 wurde das vom Museumsteam schwer erarbeitete Museumsgütesiegel nun am Museum angebracht.

Bei einer kleinen Feierlichkeit sprachen Christina Fleckenstein, Bürgermeisterin Stadt Munster und Vorsitzende des Fördervereins des Vereins der Freunde und Förderer des Deutschen Panzermuseums e.V., Brigadegeneral Olaf Rohde, Kommandeur Ausbildungszentrum Munster und erster stellv. Vorsitzender des FöV und Direktor Ralf Raths vor einer Gruppe aus Vereinsmitgliedern, Stadthonoratioren, Ratsmitgliedern und Freunden des Hauses.

Während die Bürgermeisterin ihren Stolz auf die nun mit einem Siegel dokumentierte Leistungen des Museums hervorhob, betonte BG Rohde die ausgezeichnete zivil-militärische Zusammenarbeit der Lehrsammlung und des zivilen Museumsteams.

„Das Museumsgütesiegel ist Ansporn, aber auch Verpflichtung, den Umbau des Museums nun endlich umzusetzen. Wir werden das Museum danach nicht mehr wieder erkennen – und doch wird es gleichzeitig in Wesen und Seele sogar noch mehr das Panzermuseum sein, das seine Fans heute schon lieben“ versprach der Direktor zum Abschluss seiner Rede.

Das Museum ist an allen Pfingstfeiertagen geöffnet, wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Was tut das Panzermuseum und welche Relevanz hat es in diesen Tagen? Die Tagesthemen haben ein kurzes Portrait über das Haus gemacht.

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