Objekt des Monats 04/2022

Objekt des Monats 04/2022

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten

Nahverteidigungswaffe Wehrmacht

Inv. Nr.: Ü 529

Panzer sind große Fahrzeuge, die auf dem Schlachtfeld schwer zu übersehen sind. Zur Tarnung wurden Panzer von Anfang an mit Tarnfarben bestrichen, einfarbig oder in verschiedenen Flecktarnmustern. Die Besatzung montierte Pflanzen und Gestrüpp auf das Fahrzeug oder bestrich es mit Kalk bei einsetzendem Schneefall, um es an den Einsatzort anzupassen. Im Einsatz suchte sie Deckung, um möglichst spät gesehen zu werden. Zur Unterstützung eines Rückzugs oder Angriffs konnten sie wie die Infanterie als Tarnmittel „Nebel“ einsetzen. Zu diesem Zweck wurden deutsche Panzer ab 1939 mit Vorrichtungen zum Abwurf von Nebelkerzen ausgestattet. Nebelkerzen sind Rauchgranaten, die nicht explodieren, sondern über eine gewisse Zeit Rauch abgeben, um die Umgebung um das Fahrzeug einzunebeln.

Die Nahverteidigungswaffe ersetzte die bestehenden Systeme zum Nebelabwurf und wurde ab 1944 in diverse Kampfpanzer, Panzerjägerwagen und Panzerspähwagen montiert, zum Beispiel in die „Tiger“-Modelle. Die Vorgängersysteme, die Nebelkerzenabwurfvorrichtung und das Nebelwurfgerät, wiesen einige Nachteile auf. Ihre mit der Ladung gefüllten Behälter befanden sich in beiden Fällen an der Außenseite des Panzers. Sie konnten durch feindlichen Beschuss von außen ausgelöst werden und damit die Sicht der Besatzung behindern. Die Behälter konnten zudem nicht von innen nachgeladen werden.

Die Nahverteidigungswaffe war flexibler und sicherer: Sie war im Turm eingebaut und um 360 Grad drehbar. Die Höhenrichtung lag unveränderlich bei 50 Grad, das heißt der Winkel, aus dem das Geschoss abgefeuert wurde, konnte nicht verändert werden. Mit ihrer Panzerplatte auf der Oberseite der Öffnung war die Nahverteidigungswaffe zudem vor Splittern geschützt und musste nur bei Benutzung geöffnet werden. Sie beinhaltete ein System, mit welchem unterschiedliche Ladungen abgefeuert werden konnten. Die Verschlussklappe an der Unterseite des Wurfbechers wurde geöffnet, der Verschlussstopfen, der gegen das Eindringen von Regenwasser schützte, entfernt und beladen. Als Ladung konnten Nebelkerzen, Granaten, Rauchsichtzeichen und Leuchtgeschosse verwendet werden. Nach dem Schließen der Klappe konnte das Geschoss mithilfe eines Abzughahnes abgefeuert werden. Die Öffnung konnte jedoch auch mit einer Kampfpistole genutzt werden, die Sprengpatronen mit Zeitzünder und Leuchtmunition verschießen konnte. Die Pistole wurde hierzu aus der Öffnung herausgehalten. Die Sprengpatrone konnte bis zu 10 Meter vom Fahrzeug entfernt auslösen, ihre Splitter flogen jedoch bis zu 100 Meter weit. Die Luken des eigenen Panzers mussten daher bei Benutzung geschlossen gehalten werden, um die eigene Besatzung nicht zu gefährden. Die Sprengpatronen sollte zur Nahverteidigung gegen feindliche Infanteriesoldaten eingesetzt werden, um das eigene Fahrzeug zu schützen. Aber auch der zinkbasierte Rauch der Nebelkerzen war nicht ungefährlich, die eingesetzten Chemikalien konnten die Haut und Atemwege schädigen und gelten als krebserregend.

Das Schnittmodell zeigt die Nahverteidigungswaffe, als wäre sie aus einem Panzerturm mit einem Teil der Panzerung herausgeschnitten worden, wobei die roten Kanten die Schnittkanten darstellen. Der weiße Bereich stellt die Innenseite des Panzers dar, die weißen Stelen dienen nur zur Stabilisierung des Modells.

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Das Panzermuseum sucht zu Februar 2023:

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