• Ihr Besuch

    Informationen für Ihren Besuch im Panzermuseum
  • Das Museum

    Informationen über Das Panzermuseum: Organisation, Exponate, Kontakt, Konzept ...
  • Multimedia

    Filme, Bilder, Dokumente
  • Presse

    Medienkontakt und -informationen

Neuigkeiten aus dem Museum – Blogmodul.

  • Objekt des Monats 01/2023

    Objekt des Monats 01/2023

    Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum. Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten

    Stein mit Farbsprenkeln von Farbanschlägen, 2019

    Inv. Nr.: DPM 7.266

    In seiner mittlerweile 40-jährigen Geschichte war das Panzermuseum Ziel von viel Zuspruch, aber auch von Kritik. Museen dokumentieren auch ihre eigene Geschichte in Objekten. Dieser Stein zeugt mit roten und rosafarbenen Sprenkeln von zwei Farbanschlägen, die das Museum trafen. In beiden Fällen wurde ein Standardpanzer der 0-Serie, der vor dem Museumsgelände ungesichert auf einem Eisenbahnanhänger in einem Kiesbett stand, mit Farbe bespritzt. Diese Farbe tropfte auf die darunterliegenden Steine. In beiden Fällen richtete sich die Aktion jedoch nicht nur gegen das Museum als Kulturinstitution, sondern stellvertretend auch für die Bundeswehr und Verteidigungspolitik der Bundesregierung.

    Im Jahr 2012 verübte die autonome Gruppe „Rosa Tank Gang“ den ersten Farbanschlag auf das Museumsobjekt. Sie übergossen den Panzer mit rosa Farbe und warfen Farbbeutel über den Zaun des Museumsgeländes in den Eingangsbereich. Anlass der Aktion war die in dieser Nacht erfolgte Inhaftierung von Hanna Poddig. Die Aktivistin hatte sich im Jahr 2008 an Bahngleise gekettet und so mit anderen Demonstrant:innen den Transport von Bundeswehrfahrzeugen zu einem Manöver blockiert. Poddig wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Sie entschied sich stattdessen, im Jahr 2012 eine 90-tägige Ersatzfreiheitsstrafe in der JVA Frankfurt anzutreten. Der Farbanschlag am Panzermuseum richtete sich laut Bekennerschreiben „gegen die kriegerischen und wirtschaftlich motivierten Einsätze der Bundeswehr im Ausland“. Es traf das Museum, weil dies angeblich „seit Jahren für eben diese verherrlichenden Darstellungen von Krieg, Verbrechen und Mord bekannt ist. Es dient ausschließlich der Propaganda. Insbesondere Kindern und Jugendlichen wird hier ein total verklärtes Bild von Militär und Krieg vermittelt.“ Auf Gesprächsangebote seitens des Museums ging die Gruppe nicht ein. Die verwendete rosa Farbe konnte wieder vom Panzer entfernt werden.

    Der zweite Farbanschlag gegen den Panzer vor dem Museumsgelände im Jahr 2019 wurde mit roter Lackfarbe ausgeführt. Das Fahrzeug wurde mit dem Symbol „Hammer und Sichel“ und dem Ausspruch „Krieg dem Krieg“ angestrichen. Der Ausspruch war wohl angelehnt an das berühmte Antikriegswerk „Krieg dem Kriege“ von Ernst Friedrich von 1924. Anders als beim ersten Farbanschlag gab es kein Bekennerschreiben. Die Lackfarbe richtete mehr Schaden am Objekt an und auch das kontaminierte Erdreich musste fachgerecht entsorgt werden. Angesichts der aufwendigen Reinigung des Objekts entschieden sich die Träger des Museums daraufhin, die Inszenierung zu entfernen und den Panzer im Museumsdepot einzulagern. Für das Panzermuseum hatte vor allem der erste Farbanschlag ironischerweise einen großen Vorteil: Der Schaden war gering, die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit groß. Der Vorfall wurde in der nationalen Presse wie Spiegel, Stern und Morgenpost thematisiert. Die Social-Media-Kanäle des Museums erhielten schlagartig mehr Zulauf und die Stellungnahme des Museums zum Farbanschlag mit dem angekündigten Transformationsprozess des Museums, nahmen so viel mehr Menschen wahr. Seitdem erreicht das Museum eine zunehmende Zahl an Menschen mit seinen Inhalten.

    Weitere Objekte des Monats …

  • Virtueller Rundgang durch das Museum

    Hier ist er, der virtuelle Rundgang durch das Panzermuseum!

    🧡Viel Freude beim Entdecken!🧡

    Blick in die Halle aus dem Rundgang

    Wir freuen uns sehr und hoffen, Ihnen die energiespar-bedingte Schließzeit damit ein wenig verkürzen zu können.

    Ab dem 01. Februar können Sie dann nicht nur die Exponate auch wieder mit allen Sinnen im Museum entdecken, sondern auch die vielen neuen Inhalte der frisch aufgebauten Dauerausstellung.

    Vielen Dank an Linsenspektrum für die Unterstützung und das Ermöglichen des Rundgangs. 🫶

  • Creative Commons Bilddatenbank

    Das Bundesarchiv hat dankenswerterweise ein große Zahl Bilder an die Wiki Commons gespendet. Diese können zur Wissensvermittlung frei verwendet werden, was ein großartiger Service ist.

    Zur Lizenz gehört, dass Nutzer:innen der Bilder sich verpflichten, eventuell vorgenommene Bearbeitungen dieser Bilder ihrerseits ebenfalls kostenfrei zugänglich zu machen.

    Dies tun wir auf dieser Seite mit Bildern, die wir in diesem Vortrag im Jahr 2022 genutzt haben:

    https://www.youtube.com/watch?v=iE22h16Bxnc



    Alle veränderten Bilder finden sich hier und können kostenfrei und ohne weitere Genehmigung genutzt werden. Wichtig ist nur, dass die Bundesarchiv-Signatur bei der neuen Nutzung als Photo Credit aufgeführt wird. Ein „Bearbeitung durch das Panzermuseum“ kann ergänzt werden.

  • Das Panzermuseum schließt vom 01.12.2022 bis zum 31.01.2023

    Licht aus – wir machen früher zu!

    Statt wie sonst üblich erst kurz vor Weihnachten in die Winterpause zu gehen, wird das Panzermuseum bereits am 01. Dezember geschlossen. Die neue Saison beginnen wir dann ausnahmsweise erst am 01. Februar 2023.

    Auch das Panzermuseum ist in der aktuellen Situation angehalten, Energie zu sparen. Wie wir ja nicht müde werden zu bemängeln, besitzt das Panzermuseum weder Klimaanlage noch Heizung in den Ausstellungshallen. Trotzdem verbraucht der Betrieb des Museums Energie für Beleuchtung, Heizung von Büros und anderen Betriebsräumen und so weiter.

    In den letzten Jahren waren die Wintermonate für die vergleichsweise wenigen Besucherinnen und Besucher in der kalten Jahreszeit noch einträglich, dies ändert sich bei den gestiegenen Energiepreisen nun leider. Da aktuell auch eine kleine Einsparung helfen kann, die Stadtkasse zu entlasten, hat der Verwaltungsausschuss der Stadt Munster entschieden, das Museum für eine längere Winterpause zu schließen.

    Uns als Museumsteam ist die schwierige Situation unseres Trägers, der Stadt Munster, bewusst und so unterstützen wir sie gerne, indem wir die Entscheidung voll mittragen.

    Sollten Sie geplant haben, uns in dieser Zeit zu besuchen, dann bitten wir Sie um Verständnis für diese Entscheidung und hoffen, dass wir Sie zu einem späteren Zeitpunkt im Museum willkommen heißen können.

  • Objekt des Monats 12/2022

    Objekt des Monats 12/2022

    Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum. Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten

    Karikatur SPz-neu (Marder), Ende 1960er

    Inv. Nr.: DPM 6.2128

    Die Bundeswehr war bei ihrer Aufstellung mit Material verbündeter Armeen wie dem Schützenpanzer M39 der US-Armee und dem Hotchkiss der Französischen Armee ausgestattet worden. In den 1960er Jahren begann Deutschland dann eigene Rüstungsprojekte umzusetzen. Neben dem Kampfpanzer Standard sollte die Bundeswehr auch einen deutschen Schützenpanzer erhalten. Während die Wehrmacht noch schwach bewaffnete und oben offene Schützenpanzerwagen nutzte, sollten Panzergrenadiere der Bundeswehr künftig von einem besser geschützten und bewaffneten Fahrzeug ins Gefecht gebracht und dort unterstützt werden.

    Durch den desaströsen Verlauf des HS 30-Projektes wurde bereits während seiner Produktion die Entwicklung eines neuen Schützenpanzers als notwendig erachtet. So definierten die Defizite des HS 30 auch viele Anforderungen an den „SPz neu“: Bessere Beweglichkeit, um mit dem Leopard im Gelände mithalten zu können, geschütztes Ab- und Aufsitzen der Grenadiere durch eine Heckklappe und eine moderne Maschinenkanone. Angesichts des gegnerischen Schützenpanzers BMP-1 sollte die Kanone leistungsstark genug sein, dessen Panzerung zu brechen und das Fahrzeug über ausreichend Beschusssicherheit gegen panzerbrechende Munition verfügen. Aufgrund der atomaren Bedrohung während des Kalten Krieges wurde zudem ABC-Schutz für den Kampfraum als notwendig erachtet. Das Programm hatte jedoch nicht die Entwicklung eines einzelnen Modelles zum Ziel, sondern einer Fahrzeugfamilie. Laut der Militärischen Forderungen im Jahr 1960 sollten ausgehend von dem Schützenpanzer auch Krankenkraftwagen, Flak-Panzer, Spähpanzer, Jagdpanzer und viele weitere Varianten gefertigt werden. Die Familie sollte standardisiert sein und möglichst viele ähnliche Baugruppen haben.

    Den Auftrag für die Entwicklung erhielten die Rheinstahl-Gruppe und die Henschel AG mit der schweizerischen Firma Mowag. Teil beider Industriegruppen waren Firmen, die bereits im Nationalsozialismus Panzer gebaut hatten. Technisch war die Neukonzeption des Schützenpanzers jedoch eine Herausforderung, da ein neues Konzept gefunden werden musste, um die militärischen Anforderungen erfüllen zu können. Zudem wurden diese mehrmals angepasst, weshalb die Firmen in drei Generationen insgesamt 28 Prototypen und zehn Vorserienfahrzeuge bauten. Dies führte dazu, dass die Entwicklung teurer als geplant war und mit elf Jahren deutlich länger dauerte. Im Jahr 1970 erhielt der „Schützenpanzer neu“ den Namen „Marder“ und im Jahr 1971 erhielten die Panzergrenadiere der Bundeswehr die ersten der rund 2.000 bestellten Serienfahrzeuge von der Rheinstahl AG Kassel und der Firma Atlas-MaK Maschinenbau GmbH in Kiel.

    Diese Karikatur des Marders entstand „aus vielen ernsten und auch lustigen Gesprächen“ Ende der 1960er Jahre bei Rheinstahl-Henschel in Kassel. Nach den Änderungskonferenzen mit dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung begann ein Mitarbeiter mit dieser Zeichnung, die nach jeder Sitzung laufend durch verschiedene Mitarbeiter ergänzt wurde. Die Zeichnung wurde schließlich mehrfach kopiert, was zu diesem Zeitpunkt noch eine recht neue Technik war. Die Firma besaß einen Analogkopierer für ihre technischen Zeichnungen. Die Kopien der Karikatur wurden zur Erinnerung an das Projekt an zahlreiche Mitarbeiter bei Rheinstahl-Henschel ausgegeben. Der Besitzer dieses „Tausendfüsslers“ wirkte im Management am Bau des Marders mit.

    Am Ende des Marder-Projekts entstand ein Fahrzeug, mit dem sich die Truppe zufrieden zeigte. Das Fahrgestell des Marders wurde darüber hinaus letztlich nur für das Flugabwehrraketensystem Roland genutzt, die anderen geplanten Varianten wurden nicht realisiert. Stattdessen wurde der wesentlich kostengünstigere US-amerikanische M113 als Basis genutzt. Rückblickend begann mit den Projekten Kampfpanzer Standard und SPz neu nicht nur der Wiederaufbau einer deutschen Panzerindustrie, sondern es wurden auch die ersten Strukturen für eine Zusammenarbeit des Beschaffungsamtes, der Streitkräfte und der Rüstungsindustrie geschaffen.

    Weitere Objekte des Monats …