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Neuigkeiten aus dem Museum – Blogmodul.

  • Vom 18.10. bis vsl.15.11. ist das Panzermuseum geschlossen.

    ACHTUNG – MUSEUM GESCHLOSSEN!

    In der Zeit 18.10. bis vsl. 15.11.2021 ist das Panzermuseum geschlossen.

    Wie im Mai werden erneut viele Großexponate umgeparkt – diese Mal aber in ALLEN Hallen außer Halle 2.

    Wir müssen das Museum aber nun komplett schließen, weil …

    … die gesamte Operation deutlich komplexer ist.

    … mehr und teilweise auch empfindlichere Exponate bewegt werden.

    … wir mehr Flächen zum Rangieren und Parken benötigen.

    … alle Ausstellungsbereiche des Museums betroffen sind.

    … wir die Sicherheit der Besucher:innen in dieser Zeit nicht gewährleisten können.

    Wir bitten um Ihr Verständnis! 🧡

    Und wir versuchen natürlich wieder ein paar Eindrücke der Umparkaktion für Sie über unsere Kanäle zu teilen.

  • Objekt des Monats 09/2021

    Objekt des Monats 09/2021

    Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
    Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten

    ABC-Schutzmaske der Bundeswehr

    Inv. Nr.: Ü 444

    Die Aufstellung der Bundeswehr im Jahr 1955 erfolgte in einer Zeit der unmittelbaren Bedrohung durch einen Nuklearkrieg. Im Rahmen der Blockkonfrontation zwischen den Westmächten der NATO und den Warschauer Vertragsstaaten im Osten bildete das geteilte Deutschland die Front. Die Atombombenabwürfe durch die USA auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki waren keine 10 Jahre her. In den frühen 1950er Jahren konnten Atomsprengköpfe bereits so klein gebaut werden, dass sie auf Kurzstreckenraketen und als Artilleriemunition verwendet werden konnten. Die Sowjetunion besaß bereits Mitte der 1950er Systeme, die auf ein Fahrgestell eines IS-3 montiert waren, spätere Systeme der USA beinhalteten sogar Kurzstreckengeschosse vor, die von einem Jeep abgefeuert werden konnten. Damit einher ging auch eine veränderte Einsatzdoktrin: Nuklearwaffen waren nicht mehr nur ganze Städte sprengende Waffen, sondern sollten taktisch auf dem Schlachtfeld eingesetzt und Teil des konventionellen Krieges werden.

    Für die Soldaten bedeutete dies engeren Kontakt mit diesen Waffen und ihren Folgen auf dem Schlachtfeld. Nicht nur waren die Artilleriesoldaten, welche die Sprengköpfe abfeuerten, immer näher an ihrem verseuchten Ziel. In Manövern des Warschauer Pakts dienten taktische Nuklearwaffen zur Unterstützung eines eigenen Angriffs. Nach zwei Wellen von Nuklearschlägen auf die norddeutsche Tiefebene sollten eigene Panzer- und motorisierte Schützeneinheiten in das verseuchte Gebiet vorstoßen. Auch die NATO plante einen Zwei-Phasen-Krieg auf deutschem Gebiet, in welchem die europäischen Streitkräfte die Gegner so lange aufhalten sollten, bis US-Nuklearwaffen bereit waren und nach deren Einsatz wieder mit Heeresverbänden vorstoßen sollten.

    Zusätzlich zu dieser atomaren Bedrohung fanden biologische und chemische Waffen bereits länger Verwendung; schon im Ersten Weltkrieg erhielten Soldaten Schutzmasken gegen Gaskampfstoffe. Die Erstausstattung der Bundeswehr erhielt somit eine persönliche A(tomar)B(iologisch)C(hemisch)-Schutzausstattung, welche auch eine Maske beinhaltete. Diese hieß nun nicht mehr Gasmaske, sondern ABC-Schutzmaske, da sie nicht nur gegen C-Stoffe wie Gas, sondern auch gegen Schwebeteilchen aus den Kategorien A und B schützen sollte. Die ABC-Schutzmaske 54A basiert auf der Gasmaske 38 der Wehrmacht, das zweite Modell 54B mit separatem Ausatemventil wurde nur selten ausgegeben. Die Maske besteht aus gummiertem Gewebe. Damit sie dicht sitzt, ist der Rand ist mit Velourleder bezogen und die Kopfbänder verstellbar. Zur Aufbewahrung diente eine Metallbüchse, in welcher auch Ersatzfilter und Ersatzgläser für die Augenscheiben aufbewahrt werden konnten. Diese Scheiben waren speziell beschichtet, um ein Beschlagen zu verhindern und bestanden bei diesem frühen Modell aus mit Gelatine beschichtetem Zelluloid. In die Maske können verschiedene Filter eingeschraubt werden. Der Standardfilter FR 55 besteht aus einer Faser, welche verseuchte Schwebeteile filtert und Aktivkohle, welche Gase und Dämpfe bindet. Für Dienst in Panzern und anderen geschlossenen Räumen wie Schiffen kam der Filter FE 55 zum Einsatz, der zusätzlich Kohlenmonoxid binden kann.

    Bei einem ABC-Angriff sollten die Soldaten die Maske und restliche Schutzausrüstung innerhalb von 30 Sekunden anziehen, mit möglichst wenig Kontakt zum möglicherweise bereits verseuchten Boden. Die von der Bundeswehr verwendeten Panzer besaßen zu dieser Zeit noch keinen oder nur rudimentären ABC-Schutz. Bei einem atomaren Angriff hätten die Soldaten mit einem ABC-Schutzanzug durch verseuchtes Gebiet und ausradierte Städte marschieren sollen, über zerstörte Straßen und Brücken, durch brennende Wälder und einer enormen Zahl ziviler Opfer. Ob die Soldaten ein derart apokalyptisches Umfeld überhaupt mit dieser Schutzausrüstung hätten überleben können, musste glücklicherweise niemals in der Praxis bewiesen werden.

    Weitere Objekte des Monats …

  • Corona-Regeln

    Es gelten die 3G-Regeln.

    Sie benötigen für einen Besuch einen gültigen Nachweis

    • über eine vollständigen Impfschutz,
    • eine Genesung
    • oder eine negative Testung.

    UND

    • ein Ausweisdokument, für den Datenabgleich

    UND

    • eine medizinische Maske.

    • 3G-Nachweise dürfen schriftlich oder digital in der App vorgezeigt werden.
    • Wir benötigen einen Ausweis, um die Daten im Nachweis mit Ihrer Person abzugleichen.
    • Ein PCR-Test darf nicht älter als 48 Stunden sein.
    • Ein offizieller POC-Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein.
    • Selbsttests werden nicht akzeptiert.

    Keinen Test müssen nachweisen:

    • Kinder unter 6 Jahren oder Kinder, die noch nicht eingeschult worden sind, benötigen keinen 3G-Nachweis.
    • Schüler:innen, die im Rahmen eines verbindlichen schulischen Testkonzepts regelmäßig getestet werden, benötigen ebenfalls keinen 3G-Nachweis. Diese haben aber die entsprechende Schulbescheinigung (z.B. Schulausweis) vorzuzeigen.

    Testmöglichkeiten:

    ACHTUNG: Bitte beachten Sie, dass es möglicherweise nur begrenzte Testkapazitäten gibt, die Teststationen an Sonn- und Feiertagen nicht geöffnet sind und teilweise keine durchgehende Testung anbieten.

    In der Nähe des Museums finden sich Möglichkeiten sich Testen zu lassen:

    Sonnenapotheke – Breloher Straße 49, ca. 1500 m

    Mühlen-Apotheke – Wilhelm-Bockelmann-Strasse 11, (Mo-Fr.: 8:10-10:00 und 14:10-16:00 Uhr. Sa.: 9:00-12:00 Uhr)

    Dokumentation:

    Lediglich für unsere Cafeteria und die Teilnahme an Museumsführungen müssen wir noch die Möglichkeit der Nachverfolgung der einzelnen Gäste gewährleisten.

    Hygiene-Regeln

    Aufgrund der Corona-Pandemie gelten bis auf Weiteres ergänzend zu den Besuchsregeln folgende Auflagen für den Besuch:

    • Der Besuch aller Innenbereiche des Museums nur mit medizinischer Maske gestattet.
    • Bitte halten Sie mindestens 1,5 m Abstand zu haushaltsfremden Personen und Mitarbeiter*innen.
    • Sollten sie erkrankt sein, verzichten Sie bitte auf einen Besuch. Halten Sie sich an die Nies- und Hustetikette.
    • Bitte beachten Sie die ausgeschilderten Personenobergrenzen in bestimmten Räumen, wie Lobby, Cafeteria und Sanitärbereich.
    • Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zum Schutz unserer Mitarbeiter:innen keine Atteste zur Befreiung der Maskenpflicht akzeptieren.
    • Wenn Sie die Angebote unserer Cafeteria nutzen möchten, sind wir verpflichtet Nachweise zur Kontaktnachverfolgung zu dokumentieren.

  • Objekt des Monats 08/2021

    Objekt des Monats 08/2021

    Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
    Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten

    Zeitschrift „Signal“ 1941

    Inv. Nr.: Ü 371

    Propaganda in Kriegszeiten richtete sich nicht nur an die eigene Bevölkerung: Bereits im Ersten Weltkrieg gab das Deutsche Reich Zeitschriften in mehreren Sprachen heraus, welche die öffentliche Meinung im Ausland beeinflussen sollten. Im Zweiten Weltkrieg wurden diese Bemühungen intensiviert: Nicht nur das neu geschaffene „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ und die „Reichspropagandaleitung“ der NSDAP waren hierfür zuständig, sondern für das Ausland vor allem das Auswärtige Amt und auch die Wehrmacht.

    Die Auslandsillustrierte „Signal“ war ein reich bebildertes und viel rezipiertes Produkt der NS-Propaganda. Der Deutsche Verlag gab sie von April 1940 bis März 1945 als Sonderausgabe der „Berliner Illustrirten Zeitung“ in Zusammenarbeit mit der Amtsgruppe für Wehrmacht-Propaganda im Oberkommando der Wehrmacht und zu Beginn auch des Auswärtigen Amtes heraus. Für die Zeitschrift arbeiteten renommierte NS-Journalisten und Fotografen; der Druck und das Layout waren auf der Höhe der Zeit und orientierte sich an der US-amerikanischen Illustrierten „Life“.

    Die „Signal“ war keine kostenlose Truppenzeitschrift, ihre Hauptzielgruppe waren also nicht deutsche Soldaten. Diese mussten die Illustrierte, sofern verfügbar, an Kiosken der besetzten Länder regulär kaufen. Nur wenige Ausgaben wurden kostenlos in deutsche Botschaften, Gesandtschaften und Lazaretten im Ausland verteilt. Hauptabsatzorte dieser „Sympathieoffensive der deutschen Wehrmacht“ waren das neutrale Ausland, sowie befreundete und besetzte Länder und Gebiete.

    Sie erschien in der Regel zwei Mal monatlich und umfasste vierzig Seiten, mit acht Farbseiten. Auf dem Höhepunkt ihrer Verbreitung Ende 1942 lag die Gesamtauflage bei 2,4 Millionen Exemplaren. Diese hohe Zahl lag vornehmlich an den immer neu dazugekommenen Sprachausgaben, die jedoch häufig hastig herausgebracht und schlecht übersetzt waren. In der ersten Ausgabe erschien die Illustrierte noch in deutscher, französischer, englischer und italienischer Sprache, im Kriegsverlauf kamen immer weitere dazu. Bis 1945 entstanden insgesamt 25 Sprachausgaben, die zum Teil nur über eine kurze Zeit und in geringer Auflage produziert wurden. Hinzu kam der konkurrenzlos geringe Preis, den wirtschaftlich arbeitende Zeitschriften nicht erreichen konnten. Trotz hoher Verkaufszahlen und Werbeanzeigen war die Zeitschrift für den Deutschen Verlag aufgrund der hohen Produktionskosten ein Verlustgeschäft, weshalb die Wehrmacht sie subventionierte.

    Der Inhalt der Hefte umfasste je nach Kriegslage von einem Viertel bis zur Hälfte militärische Themen, Propaganda zu wirtschaftlichen und sozialen Erfolgen des NS-Staates, aber auch leichte Unterhaltung wie populärwissenschaftliche Artikel, Kulturberichte und natürlich Fotos schöner Landschaften und Frauen. Das katholische Italien verbot zeitweise die Herausgabe der Zeitschrift aufgrund zu freizügiger Fotos; Versuche Rumäniens die Zeitschrift aufgrund von Propagandainhalten zu verbieten, schlugen fehl. Die Zeitschrift richtete sich an eine internationale Leserschaft, doch die Redakteure sparten nicht mit stereotypen Themen der NS-Propaganda wie rassistischen Fotoreihen und Bildunterschriften zu „Untermenschen“ und antisemitischen Texten zu „jüdischen Weltherrschaftsplänen“. Bis Herbst 1942 waren die Inhalte aller Sprachausgaben gleich, erst danach schaffte die Redaktion „Auswechselseiten“, die russischsprachige „Signal“, die sich vornehmlich an so genannte „Ostarbeiter“ und „Hilfswillige“ sowie sowjetische Kollaborateure richtete, erhielt stark abweichende Inhalte.

    Auf dem Titelblatt des Heftes von November 1941 jubeln zwei Soldaten hinter einer Panzerabwehrkanone: „Sieg! Die Mannschaft einer deutschen Pak hat wieder einen Sowjet-Panzer vernichtet. (…) Sie haben beigetragen zu der Entscheidung im Osten Europas“. Von einer Entscheidung im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion war die Wehrmacht im Winter 1941 jedoch noch weit entfernt, der erhoffte schnelle Sieg war ausgeblieben. Im Inneren des Heftes sieht man lediglich Erfolge, welche die Hoffnung auf die Einnahme von Moskau trotz der völligen personellen und materiellen Erschöpfung des deutschen Ostheeres und des Wintereinbruchs schüren sollten: Fotoserien über Trümmerhaufen sowjetischer Fahrzeuge nach der Schlacht bei Kiew, von gefangenen sowjetischen Soldaten mit erhobenen Händen und ein Bericht über ihre angeblich humane Behandlung in deutschen Kriegsgefangenenlagern: „Zwar ist ihnen sogleich nach ihrer Gefangennahme mitgeteilt worden, daß niemand erschossen würde, aber die Einflüsterungen der Politischen Kommissare (…) sitzen noch zu frisch und zu tief in ihren Hirnen, als daß sie an die Selbstverständlichkeit einer humanen Gefangenenbehandlung durch die Deutschen glauben können.“ Dazu hatten sie auch keinen Grund: Die deutsche „Anordnung für die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener“ schloss ihre Behandlung gemäß des Genfer Abkommens aus. Die sowjetischen Kriegsgefangenen im Gewahrsam der Wehrmacht starben millionenfach; die erwähnten Politischen Kommissare gelangten häufig gar nicht erst in die Lager, da sie mit Umsetzung des Kommissarbefehls direkt nach Gefangennahme erschossen wurden. Ablenkung von militärischen Themen bot die Signal mit populärwissenschaftlichen Texten, Fotoreihen schöner Frauen verbündeter Länder und die Geschichte eines Hundewelpens, den eine Panzerbesatzung „während eines Angriffes aus einem brennenden Hause rettete“. Wer das Haus ursprünglich anzündete, wird nicht berichtet.

    Nach dem Krieg konnten viele der ehemaligen „Signal“-Redakteure ihre Tätigkeit in der von 1948 bis 1992 herausgegeben Illustrierten Zeitschrift „Quick“ fortsetzen.

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  • Objekt des Monats 07/2021

    Objekt des Monats 07/2021

    Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
    Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten

    NVA Stahlhelm Modell 1956

    Inv. Nr.: DPM 1.919

    Die Aufgabe eines Helms ist klar – den Kopf zu schützen. Doch auch wenn die Anforderungen sich in den Jahrzehnten der beiden Weltkriege nicht verändert haben, so wurden international unzählige Designs ausprobiert. Das mit der Aufstellung der Nationalen Volksarmee der DDR 1956 eingeführte Stahlhelmdesign stellt in vielerlei Hinsicht den effektivsten Schutz dar, der mit dem Material Stahl erreicht werden konnte – übertroffen nur von den neuen Kevlarhelmen. In rein technischer Hinsicht bietet diese Helmform viele Vorteile: Durch seinen hohen Sitz auf dem Kopf und weit abstehendem Rand gibt er dem Helmträger große Bewegungsfreiheit und schränkt das Sichtfeld und die Hörfähigkeit wesentlich weniger ein als sein Vorgänger der Wehrmacht. Die glatte Form und der überschräge Winkel der Helmglocke ergaben sich aus Beschussversuchen, durch den steilen Auftreffwinkel werden Splitter und unter günstigen Umständen sogar Kugeln gut abgelenkt. Seine Form birgt jedoch auch Nachteile, so sitzt der Helm weniger fest auf dem Kopf und die weit abstehende Helmform konnte auch behindern, zum Beispiel beim Absitzen von Fahrzeugen. Nach eingehenden Tests erhielt die Truppe der NVA im Herbst 1957 die ersten 50.000 Stahlhelme.

    Ein Helm muss jedoch nicht nur schützen, sondern stellt auch immer ein Teil der Identität der Streitkräfte dar und muss sich zu historischen Designs positionieren. Während in der Bundesrepublik das Design der US-amerikanischen Streitkräfte als Inspiration diente und US-amerikanische Stahlhelme getestet wurden, trugen die Streitkräfte der DDR anfangs Uniformen, die denen der Sowjetarmee stark ähnelten. Die Kasernierte Volkspolizei (KVP), die Vorgängerin der NVA, nutzte auch sowjetische Stahlhelme bei ihren Geländeübungen. Bereits 1953 aber lieferte die VEB Schwerter Emaillefabrik eigene Musterhelme zur Erprobung, von welchen jedoch keine in der KVP eingeführt wurden. Die Suche nach einem geeigneten Helm drängte und so fiel die Wahl auf einen bereits erprobten, aber nicht mehr eingeführten Helm der Wehrmacht. Dieser war ab 1943 als Weiterentwicklung des M 35-Modells gedacht, dessen Knickstellen ein Kugelfang waren. Das daraus folgende glatte Design hat optisch wenig Ähnlichkeiten mit dem ikonischen deutschen Stahlhelmdesign. In Betonung der eigenen nationalen Identität wichen mit der Aufstellung der NVA 1956 auch die braunen Uniformen in Sowjetoptik einer neuen Uniform.

    Diese neue Identität der Streitkräfte der DDR fußte in ihrer Abgrenzung zum preußischen Militarismus und die NVA sollte sich in ihrer Struktur und dem Personal gänzlich in die sozialistische Ideologie einfügen. So sah die politische Führung der DDR die Tradition der NVA als „Volksarmee“ vom Bauernkrieg 1524/25 bis zum kommunistischen Widerstand gegen den Faschismus. Sie erwartete von ihrem Führungspersonal sowohl Patriotismus als auch die Verbundenheit mit dem sozialistischen Internationalismus. Das Offizierskorps sollte keine Elite sein, sondern sich als Teil der Gesellschaft und Arbeiterklasse verstehen. Nur wenige Jahre nach Auflösung der Wehrmacht gelang es der SED, eine neue militärische Führungsschicht zu schaffen, die im Vergleich zur Bundeswehr nur auf wenige ehemalige Wehrmachtsoffiziere zurückgriff. Ganze ohne sie kam jedoch auch die „Arbeiter-und-Bauern-Armee“ nicht aus, auch wenn dieser Teil der NVA-Geschichte in der DDR unthematisiert blieb. So sehr sich die sozialistische Volksarmee von dem Personal und dem Geist der vorherigen deutschen Armeen abgrenzte, so wenig problembewusst übernahm sie ihre Uniformelemente und Traditionen und mit dem Stahlhelm sogar mit nur wenigen Änderungen das angedachte Wehrmachtmodell M 45.

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