Objekt des Monats 09/2023

Objekt des Monats 09/2023

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum. Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten.

Eintrittskarten zum Panzermuseum, 2003

Inv. Nr.: DPM 6.2062

Das Deutsche Panzermuseum Munster öffnete im September 1983 erstmals seine Tore. Zuvor waren die Fahrzeuge bereits bei der Lehrsammlung der Bundeswehr zu sehen, jedoch der breiten Bevölkerung nicht öffentlich zugänglich gewesen. Es waren komplizierte Sonderregelungen nötig, wenn Zivilist:innen die Panzer sehen wollten und trotz dieser Hürde fanden bereits in dieser Phase mehrere tausend Menschen pro Jahr den Weg in die Lehrsammlung. Das Interesse an der öffentlichen Ausstellung war bereits im ersten Jahr nach Eröffnung wie erwartet sehr hoch, von 1984 bis 1987 stieg die jährliche Besuchszahl dann von etwa 38.569 auf 72.441 und schwankte von da an zwischen 70.000 und 80.000. In den späten 1990er und den 2000er Jahren nahm das öffentliche Interesse etwas ab und die Besuchszahlen bewegten sich eher zwischen 60.000 und 70.000. Seit 2008 stieg diese Zahl aber wieder dank neuer Öffentlichkeitsarbeit und im Jahr 2013 verzeichnete das Panzermuseum erstmals über 100.000 Besuche/Jahr (104.297).

Seit der Eröffnung des Museums ist viel passiert: Es wurden neue Museumshallen gebaut, neue Ausstellungen gestaltet und neues Personal eingestellt. Auch anhand der Printprodukte kann die stetige Professionalisierung des Panzermuseums abgelesen werden: Die knapp 70.000 Besucher:innen im Jahr 2003 erhielten als letzte noch solche abgerissenen “Rollenbilletts“. Die etwa 1.000 roten Eintrittskarten auf dieser Rolle waren für Gruppen gedacht, zusätzlich gab es noch unterschiedliche Farben für Familien (Grün), Erwachsene (Blau) sowie Schüler und Soldaten (Weiß). Zu Beginn des Jahres 2004 wurde ein Kassensystem eingeführt – damit endete die Ära der Abrissrollen als Eintrittskarten und gedruckte Karten traten an ihre Stelle. Alltagsgegenstände, wie eine Eintrittskarte, die nach Besuch wahrscheinlich häufig weggeworfen wurde, erhalten in dem mittlerweile vierzigjährigen Bestehen des Museums nun Objektcharakter und sind Zeugnis der Museumsgeschichte.

Hohe Besuchszahlen sind für ein Museum erfreulich: Natürlich tragen Eintrittsgelder einen großen Teil zur Finanzierung der Arbeit des Museums bei. Eine hohe bzw. steigende Zahl an Besucher:innen zeigt aber auch, dass das Museum und seine Themen gesellschaftliche Relevanz besitzen und Menschen mit seinen Inhalten erreichen kann.

Zusätzlich zu der Zahl der Besucher:innen ist für Museen zudem wichtig zu wissen, wer überhaupt das Museum besucht. So können die Museumsangebote besser auf die Bedürfnisse, Interessen und das Vorwissen der Besucher:innen ausgerichtet werden. Museen führen hierfür Erhebungen durch, die bis dato letzte im Panzermuseum durchgeführte Befragung stammt aus dem Jahr 2014. Bei etwa 8.000 Befragten wurde festgestellt, dass 78% der Besucher:innen das Museum das erste Mal besuchten, lediglich 22% waren mehrfach da. Erfreulich an dieser Zahl ist, dass jedes Jahr neue Menschen in das Museum gelockt werden, die beispielsweise aus den Medien das erste Mal vom Museum erfahren haben. Sie zeigt aber auch, dass die Motivation für einen weiteren Besuch mit einem größeren Angebot gesteigert werden kann. Wer an einem Tag alles sehen kann und die Ausstellung jahrelang gleich bleibt, kommt eher nicht wieder. Auch die Altersstruktur ist interessant, so hat das Panzermuseum ein ausgesprochen junges Publik mit einem Schwerpunkt zwischen 10 und 49 Jahren. Ein weiteres vielleicht überraschendes Ergebnis war, dass ein Großteil der Besucher:innen keinerlei militärische Dienstzeit geleistet hat und wenn, dann hauptsächlich als Wehrpflichtiger. Diese Ergebnisse geben den Museumsmacher:innen Hinweise, wie beispielsweise die Ausstellung inhaltlich gestaltet, das Angebot im Museumsshop aussehen oder ein Aufenthaltsbereich gestaltet sein sollte. So kann sichergestellt sein, dass das Museum und die Ausstellung auf den Großteil der Besucher:innen ausgerichtet und für möglichst alle zugänglich gestaltet ist.

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HEUTE WIRD DAS PANZERMUSEUM 40 JAHRE ALT!

Am 22. September 1983 wurde das Deutsches Panzermuseum Munster eröffnet! Das Museum umfasste anfangs 2 kleine Hallen und einen Eingangsbereich – alle diese Bauten sind heute noch im Betrieb als Schaudepot und Shop. Auf diesem Bild kann man gut sehen, wie stark das Museum seitdem gewachsen ist. Die Querhalle zwischen den heutigen Hallen 3 und 5 gab es übrigens noch NICHT – die kam erst 1991 dazu.

Am 3. Oktober veröffentlichen wir ein richtig langes Video zur Geschichte des Museums. Wir freuen uns auf Sie!

Die Fotos erscheinen mit freundlicher Genehmigung der Böhme-Zeitung und sind aus der Ausgabe vom 24.9.1983.

Archiv

Seit kurzer Zeit bespielt das Panzermuseum auch einen TikTok-Kanal. Sagen Sie’s gerne weiter!

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