Objekt des Monats 03/2020


Objekt des Monats 03/2020

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten

Medaille für den italienisch-deutschen Feldzug in Afrika

Inv. Nr.: DPM 3.2542

Benito Mussolini, Diktator des faschistischen Italiens, stiftete die „Medaille für den italienisch-deutschen Feldzug in Afrika“ im Laufe des Jahres 1942. Sie sollte Italiens Anspruch auf seine Kolonien auf dem afrikanischen Kontinent sowie das Bündnis mit dem Deutschen Reich repräsentieren. Italienische und auch deutsche Soldaten konnten sie erhalten, wenn sie von 1940 bzw. 1941 bis 1943 mindestens sechs Monate in Nordafrika gekämpft haben. Sie existiert in bronzener und versilberter Ausführung.

Die Vorderseite der Medaille, das Avers, zeigt den von der italienischen Kolonialmacht 1937 errichteten Triumphbogen in Italienisch-Libyen. Er wird links von der Fasces, dem Symbol des italienischen Faschismus, sowie rechts dem Hakenkreuz flankiert, der savoyische Knoten am unteren Rand zeigt buchstäblich das Band, welches die beiden Mächte verbindet. Der Schriftzug „Italienisch-deutscher Feldzug in Afrika“ ist in beiden Sprachen zu lesen. Auch auf der Rückseite, dem Revers, treten Italiener und Deutsche gemeinsam auf: In altertümlicher Rüstung drücken zwei Soldaten mit Stahlhelmen einem Krokodil das Maul zu, welches für den gemeinsamen Feind Großbritannien steht. Daneben ist der Name des Herstellers „Lorioli Milano“ zu sehen sowie darunter „de Marchi“, welcher das Design entworfen hatte. Das Band zeigt jeweils die Farben der beiden Länder, wobei sie sich die rote Farbe in der Mitte teilen. Deutsche Soldaten brachten das Band linksbündig mit dem schwarzen Streifen an, italienische mit dem grünen Streifen, sodass jeweils die eigene Landesflagge in Leserichtung vorne erscheint.

Mit dieser hoch aufgeladenen Symbolik sollte die Medaille die Einigkeit der beiden Achsenmächte Deutschland und Italien gegen ihren gemeinsamen Feind Großbritannien symbolisieren. Doch die Kooperation der beiden Mächte war bereits mit dem Überfall Deutschlands auf Polen 1939 spannungsgeladen. Mussolini stiftete die Medaille zu einem Zeitpunkt, als die Kooperation der beiden Mächte auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz noch vielversprechend aussah. Doch bereits mit Beginn der Ausgabe der Medaille im Jahr 1943 waren das Scheitern des Bündnisses sowie die Niederlage in Nordafrika unausweichlich. Mit der Kriegserklärung Italiens an das Deutsche Reich am 13. Oktober 1943 durften deutsche Soldaten die Medaille nicht mehr tragen. Der Erlass zur Aufhebung ihrer Trageberechtigung erschien erst im März des darauffolgenden Jahres. Somit wurde die Medaille nur wenige Monate ausgegeben und das Tragen innerhalb kürzester Zeit wieder verboten.

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Objekt des Monats 05/2017

Objekt des Monats 05/2017

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten.

Elastolin-Figur Sanitätshund
Inventarnummer: DPM 7.36.4

Tiere begleiteten den Menschen schon immer in den Krieg. Einer der treusten Begleiter im zivilen Leben war und ist für viele SoldatInnen auch ein Helfer im Krieg. Hunde wurden zur Wache, zum Transport, zum Überbringen von Nachrichten und zum Aufspüren von Menschen und Minen verwendet. Die erste systematische Ausbildung von Hunden für den Kriegsdienst erfolgte in Deutschland im Ersten Weltkrieg, in welchem zum Beispiel Sanitätshunde geschult wurden. Sie sollten im unübersichtlichen Gelände der Schützengräben Verletzte ausfindig machen und Sanitäter zu ihnen führen. Sanitätshunde transportierten dabei auch Verbandsmaterial in einer Tasche auf ihrem Rücken, wie bei unserem Objekt des Monats zu sehen ist.

Dabei handelt es sich um eine Spielfigur der Firma O & M Hausser, wie sie früher in Kinderzimmern und heute auch in Händen von Sammlern zu finden ist. Elastolin-Figuren waren im Gegensatz zu Bleifiguren gesundheitlich unbedenklich, jedoch auch wesentlich teurer. Bis in die 1950er Jahre wurden die Figuren aus einem Brei aus Sägemehl, Tonerde und Leim in Form gepresst, getrocknet und von Hand bemalt. Dass dies fabrikmäßig passierte, lässt sich an dem etwas ‚bedröppelten‘ Gesichtsausdruck unseres Sanitätshundes erkennen: Die Figuren waren eben Massenware für das Kinderzimmer.

Auch Hunde waren Massenware für den Einsatz im Krieg. Ihnen verdanken viele Soldaten ihr Leben und einige der Vierbeiner wurden zu Helden. Doch viele verloren ihr Leben. Daran erinnert auch das „Animals in War Memorial“ in Großbritannien mit der Inschrift „They had no choice“ – „Sie hatten keine Wahl“.

Zur Ausbildung der Hunde im Krieg finden Sie einen historischen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 8. Mai 1916.

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Objekt des Monats 04/2017

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Kartenspiel „Kohlenklau-Quartett“
Inventarnummer: DPM 7.43

Das Kohlenklau-Quartett ist ein Kartenspiel mit 34 Spielkarten und funktioniert ähnlich wie „Schwarzer Peter“. Es enthält Karten von der Kohlegewinnung und -verarbeitung bis zum Gebrauch der Kohle. Dabei wird sogar die Bedeutung der Kohle für den Kriegseinsatz betont: Eine der Karten des Themas „Kämpfende Kohle“ thematisiert ihre Bedeutung als Brennstoff für die Herstellung von Panzern.

Das Spiel wurde zwischen 1942-1944 herausgegeben und sollte die Bevölkerung zum sparsamen Gebrauch des Brennstoffes animieren. Ende 1942 lancierte das Propagandaministerium eine Kampagne mit dem Titel „Kampf dem Kohlenklau“, in dessen Rahmen das Spiel wahrscheinlich erschien. Die Figur des „Kohlenklau“ wurde sehr populär und erschien sogar als Abbild auf einem Marder II.

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Objekt des Monats 03/2017

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Propagandaplakat „Helft uns siegen“
Inventarnummer: DPM 6.19

Die deutsche Bevölkerung wurde im Ersten Weltkrieg halbjährig zu Kriegsanleihen aufgerufen, in welcher sie dem Staat einen Kredit zur Kriegsführung gewähren sollten. Dafür wurde meist an den Patriotismus der Bevölkerung appelliert und den Investoren Erträge aus Zinsen versprochen, die nach dem gewonnenen Krieg aus Reparationszahlungen finanziert werden sollten.

Die sechste deutsche Kriegsanleihe sollte das erste Halbjahr 1917 des Ersten Weltkrieges finanzieren. Die deutsche Bevölkerung war jedoch nach der Hungersnot im Zuge des „Steckrübenwinters“ 1916/1917 nicht sehr spendenfreudig. Zum ersten Mal sollte daher ein vom Deutschen Reich herausgegebenes Plakat für die Kriegsanleihe werben. Zuvor haben die Banken, welche die Kriegsanleihe verwalteten, eigenständig geworben.

Auf dem Plakat ist ein Soldat mit Stahlhelm zu sehen, der, ausgestattet mit einer Gasmaske und Stielhandgranaten, gerade einen Stacheldrahtzaun durchschnitten hat und seinen Blick nun dem nächsten Ziel zuwendet.

Das beeindruckende Motiv stammt von dem renommierten Münchener Künstler Fritz Erler. Sein Bild blieb so bekannt, dass es 1929 in abgewandelter Form als Buchcover für die erste englischsprachige Ausgabe des Romans „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque genutzt wurde.

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Objekt des Monats 02/2017

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Reservistenabzeichen der DDR, 1990
Inventarnummer: DPM 3.2524

Lackiertes Buntmetall, 2,5×2,1cm

Dieses Abzeichen für Reservisten der NVA wurde noch 1990 für die drei Teilstreitkräfte und die Grenztruppen der DDR produziert. Doch die Auflösung der NVA erfolgte schneller, als die Abzeichen verliehen werden konnten. Viele fanden jedoch trotzdem, ohne offizielle Verleihungsurkunde, ihren Weg in die Hände der Reservisten.

Das Abzeichen für die Landstreitkräfte der NVA zeigt im goldenen Ehrenkranz einen BMP-Panzer, das DDR-Wappen sowie den Schriftzug „TREU GEDIENT“. Unser Abzeichen wurde 1993 im Müll gefunden und dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Vielleicht gehört es zu denen, die nicht mehr ausgegeben wurden oder der Empfänger empfand die Auszeichnung nach Auflösung der NVA als wertlos.

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Objekt des Monats 01/2017

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Roth-Händle-Zigaretten als Frontzuteilung
Inventarnummer: DPM 1.129

Die filterlosen Zigaretten der deutschen Marke Roth-Händle bestanden vornehmlich aus Tabak aus deutschem Anbau. Die Aktiengesellschaft Roth-Händle AG wurde Ende der 1930er Jahre „arisiert“.

Die Nationalsozialisten standen dem Tabakkonsum gespalten gegenüber: Während sie den Nichtraucherschutz verschärften, sahen sie den Tabakkonsum als kriegswichtig zur Beruhigung der Bevölkerung an. Goebbels plädierte daher dafür, die „Tabakfrage“ bis Ende des Krieges zurückzustellen.

In der Verteilung des Tabaks zeigte sich die rassistische und leistungsorientierte Definition der „Volksgemeinschaft“, wonach Wehrmachtsoldaten an erster Stelle standen. Frauen waren nur im Alter von 25 bis 55 bezugsberechtigt und erhielten nur die Hälfte der Ration für Männer. Bei ZwangsarbeiterInnen wurde ebenfalls nach Nationalität unterschieden. Auch Betroffene von Luftangriffen erhielten eine Tabak-Sonderzuteilung.

Ab Februar 1942 sollte der Tabakkonsum mit einer „Reichsraucherkontrollkarte“ reguliert werden, jedoch war bereits ein blühender Schwarzmarkt etabliert, dessen Hauptwährung Zigaretten waren und der sich der staatlichen Kontrolle entzog.

1945 waren die Tabakreserven des Deutschen Reiches nahezu aufgebraucht, kurz vor der Kapitulation wurden zudem Tabakvorräte zerstört. Einen Mangel an Zigaretten erlebten die meisten Deutschen deshalb erst nach Ende des Krieges.

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