Erinnerungsmünze „Desert Storm“, ca. 1991

Inv. Nr.: DPM 3.2632

10/2026

Als das 4. Bataillon des 67. Panzerregiments den Befehl zum Einsatz gegen den Irak bekam, war es gerade auf dem deutschen Truppenübungsplatz Hohenfels. Von dort aus sind die Panzer direkt verladen und in die Golfregion geschickt worden; die Soldaten konnten sich noch von ihren Angehörigen an ihrem Stützpunkt verabschieden, den Ray Barracks im hessischen Friedberg. Sie erreichten Saudi-Arabien Anfang Januar 1991.

In Reaktion auf die irakische Annektion Kuwaits führten die USA mit der „Koalition der Willigen“ aus mehr als 40 Staaten den Zweiten Golfkrieg in zwei Phasen: Bei Operation „Desert Shield“ wurden Truppen zur Abschreckung nach Saudi-Arabien verlegt. In der nachfolgenden Operation „Desert Storm“ drängten die Truppen der Koalition das irakische Militär vom Staatsgebiet Kuwaits zurück.

Zusammen mit der Annektion Kuwaits und dem befürchteten Angriff auf Saudi-Arabien hätte der Irak über 40% der weltweiten Ölreserven verfügt. Dies wurde daher auch als eine wirtschaftliche Bedrohung gesehen. Deutschland beteiligte sich nicht an diesem Krieg, jedoch wurden US-Einheiten wie das 4. Bataillon des 67. Panzerregiments, das im hessischen Friedberg stationiert war, in die Golfregion verlegt.

Diese Erinnerungsmünze reiht die Operation „Desert Storm“ gegen den Irak im Jahr 1991 in die Einsätze der US-Armee in den Weltkriegen ein. In der US-amerikanischen Erinnerungskultur nimmt „Desert Storm“ einen besonderen Platz ein: Zum einen aufgrund der Masse der beteiligten US-Soldaten von mehr als 500.000 – die übrigen Nationen stellten etwa 250.000 – zum anderen wegen des eindeutigen Sieges nach einem einmonatigen Luftkrieg mit nur 100 Stunden Bodenoffensive. Ihre technische Überlegenheit, beispielsweise mit Panzern wie dem M1A1, und die geringen eigenen Verluste schienen ihre Selbstwahrnehmung als militärische Supermacht zu bestätigen, welche durch den Vietnamkrieg gelitten hatte. Die US-Bevölkerung empfing die rückkehrenden Soldaten begeistert und es wurden daraufhin zahlreiche Ehrungen und Erinnerungsstücke gestiftet. Diese Münze erhielt ein deutscher Verbindungsoffizier in Friedberg, als das 4. Bataillon nach Deutschland zurückkehrte.

Letztlich löste der Sieg nicht die Gründe für die Golfkrise und die internationale Beurteilung des Irakkrieges variierte aufgrund der wirtschaftlichen Motivation der USA. Zwar war das irakische Militär geschwächt, jedoch fand kein Machtwechsel statt und der Bevölkerung ging es schlechter als zuvor.

Quellen


Finlan, Alistair: The Gulf War 1991, Oxford/New York 2009.

Zienicke, Julian: Wüstenkrieger – Die Soldaten der US Army in der Golfkrise 1990/91 – Ein erfahrungsgeschichtlicher Ansatz, Köln 2003.

Objekt des Monats

(kurz-)Geschichten aus dem Depot

Viele Objekte können aus konservatorischen Gründen in der Ausstellung aktuelle leider nicht gezeigt werden. Hier finden Sie ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten besonderer Stücke aus dem Depot