Quellen
Schuster, Lothar: Das Ausstattungssoll der Heeresangehörigen der Bundeswehr von 1955 bis 2010, Berlin 2011.
https://daspanzermuseum.de/objekt-des-monats-09-2020/
Inv. Nr.: DPM 1.958
Das Barett als militärische Kopfbedeckung hat eine lange Tradition. Als Uniformteil trugen es vermutlich die französischen Gebirgsjäger „Chasseurs alpins“ im Jahr 1889 als erste. Die britische Armee führte im Jahr 1924 Barette für ihre Panzersoldaten ein. Auch in Deutschland gab es Kopfbedeckungen in Barettform, wie die 1910 eingeführte Feldmütze in Feldgrau sowie die gepolsterte Schutzmütze für Panzersoldaten der Wehrmacht in Schwarz. In der frühen Bundeswehr wurde ein gepolstertes Panzerbarett in Oliv getestet, jedoch nicht eingeführt.
Das Barett in der heutigen Form wurde erstmals 1970 ausgegeben, zuerst an die Jägertruppe in Grün. Weitere folgten, sodass heute ein Großteil der Einheiten des Heeres in den Farben der jeweiligen Truppengattung damit ausgestattet ist, sowie einzelne der Luftwaffe und Marine. Für den Dienst im Panzer ist das schwarze Barett zweckmäßig, da es eng am Kopf anliegt, wodurch man im Innenraum nicht hängenbleibt und Kopfhörer tragen kann. Es bietet zudem einen minimalen Stoßschutz und die schwarze Farbe kaschiert Flecken.
Das Barettabzeichen wird über der linken Schläfe getragen. Das der Panzertruppe ähnelt stark dem Panzerkampfabzeichen der Wehrmacht, vor allem seiner „entnazifizierten“ Variante ohne Reichsadler und Hakenkreuz. Dieses war seinerseits vom Kampfwagen-Erinnerungsabzeichen inspiriert, das nach dem Ersten Weltkrieg gestiftet wurde. Alle Embleme zeigen einen stilisierten Panzer, der aus einem Eichenlaubkranz herausfährt: einen A7V, einen Panzer IV und einen Leopard. Die Eichenblätter auf dem der Bundeswehr sind jedoch stärker ausgeformt und in den 1980er Jahren wurde die Flagge der Bundesrepublik ergänzt. In dieser Form wird es bis heute getragen, jedoch auch im Rahmen von Bräuchen verändert. Viele Panzersoldat:innen knicken beispielsweise das Rohr des Emblems nach erfolgter Schießausbildung ab und nach bestandener Fahrausbildung wird bisweilen auch das Emblem in der Mitte geknickt.
(kurz-)Geschichten aus dem Depot
Viele Objekte können aus konservatorischen Gründen in der Ausstellung aktuelle leider nicht gezeigt werden. Hier finden Sie ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten besonderer Stücke aus dem Depot