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Objekt des Monats 08/2019

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten

PC-Spiel Panzer General II

Inventarnummer: Ü 54

Vor über 25 Jahren erschien das Strategiespiel „Panzer General“ und wurde sogleich von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM) aufgrund von „Auslassung historischer Zusammenhänge und der Verharmlosung der Rolle der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg“ indiziert. Als problematisch wurde insbesondere der Kampagnenmodus gesehen, in welcher Spielende für das nationalsozialistische Deutschland den Zweiten Weltkrieg mit einer Invasion Großbritanniens und der USA gewinnen können. In einer Nachverhandlung hob das BPJM wenige Monate später die Indizierung des Spiels „Panzer General“ auf. Aufgrund der „überwiegend schematischen Darstellung“ der 8-bit-Pixelgrafik und dem Versuch einer historischen Kontextualisierung im Handbuch war das Spiel fortan ab 16 Jahren freigegeben. Die Gutachter beurteilten die Verherrlichung der nationalistischen „Blitzkrieg“-Kriegsführung weiterhin als „sehr kritisch“, trauten 16jährigen jedoch zu, bereits so viel historisches Hintergrundwissen zu haben, dass „keine politisch oder andere Desorientierung zu erwarten ist.“

Trotz oder gerade wegen der zeitweiligen Indizierung verkaufte sich das Spiel in Deutschland sehr gut. Der internationale Erfolg ermutigte die Entwickler der Firma SSI zu einer Reihe von Nachfolgeprogrammen, der „Five-Star-Series“. Da der kommerzielle Erfolg dieser Programme im Vergleich zu „Panzer General“ deutlich schwächer ausfiel, konzentrierte man sich danach auf inhaltlich direkte Nachfolger: „Panzer General II“ und „Panzer General III“.

Das Videospiel in unserer Sammlung trägt zwar den Namen „Panzer General II“, dahinter verbirgt sich allerdings „Allied General“ aus der „Five-Star-Series“. Der deutsche Vertriebspartner erhoffte sich mutmaßlich von dieser abweichenden Benennung einen größeren Verkaufserfolg. „Allied General“ bot jedoch im Unterschied zu „Panzer General“ eine Kampagne aus alliierter Sicht an und die Rezeption in der deutschen Spielergemeinde fiel sehr gemischt aus. Bei Erscheinen des offiziellen „Panzer General II“ in Deutschland wählte man die Bezeichnung „Panzer General 3D“, obwohl das Programm keine echte 3D-Grafikdarstellung verwendete.

Die „Panzer General“-Reihe setzte aufgrund seines rundenbasierten Spielprinzips und der Darstellung militärischer Schlachten neue Maßstäbe für Kriegsspiele. Um zu gewinnen, mussten die Spielenden im Sinne des Gefechtes der verbundenen Waffen agieren und unterschiedliche Waffentypen für bestimmte Ziele einsetzen. Im Verlauf des Spiels verbessern sich die Fähigkeiten der eigenen Einheiten aufgrund von Erfahrungspunkten und die einzelnen Szenarios sind in größere Zusammenhänge eingebettet.

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