Neuigkeiten aus dem Museum – Blogmodul.
- Leider kein Stahl auf der Heide 2026
- Objekt des Monats 04/2025
Buch „Grenadiere“ von Kurt Meyer, 1983
Inv. Nr.: DPM 6.3167
Kurt Meyer (1910-1961) war zuletzt SS-Brigadeführer der Waffen-SS und blieb auch nach dem Krieg überzeugter Nationalsozialist. Er setzte sich zuletzt als Bundesvorsitzender mit seinen Schriften und bei der „Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS“ (HIAG) für ein positives Bild der Waffen-SS und gegen ihre Einstufung als „verbrecherische Organisation“ ein. In seinem Buch „Grenadiere“, welches Meyer unter seinem Spitznamen „Panzermeyer“ erstmals im Jahr 1957 veröffentlichte, schilderte er seine persönlichen Erlebnisse aus dem Krieg nach Manier eines Abenteuerromans, erwähnte den Holocaust nicht und versuchte eigene Kriegsverbrechen mit denen der Alliierten zu relativieren. Mit der Überhöhung militärischer Leistungen und Inszenierung der SS-Soldaten als besonders opferbereit und tapfer wollte er ihnen ein „Denkmal“ setzen und prägte den Mythos der Waffen-SS als militärische Elite aktiv mit. Wie auch andere Erinnerungsberichte der Zeit verkaufte sich das Buch gut und wird immer wieder neu aufgelegt, diese 8. Auflage erschien im Jahr 1983.
Das Titelbild seines Buches „Grenadiere“ verbindet eine dynamische Zeichnung zweier Soldaten mit Stahlhelm, die neben zwei Panzern laufen, mit seinem Portrait. Dieses ist einer Fotografie von ihm von der Propagandakompanie der SS (SS-PK) nachempfunden, welche 1941 im Rahmen der Verleihung des Ritterkreuzes an Meyer als Titelbild des „Illustrierten Beobachters“ erschien. Bei der Zeichnung ist das Ritterkreuz mit Schwertern ergänzt worden. Auch beim Inhalt des Buches ist davon auszugehen, dass Meyer eng mit anderen SS-Veteranen zusammenarbeitete. Sein Vertrauter Gunter d’Alquens, der ehemaliger Leiter der SS-PK, schrieb auch die Reden Meyers bei der HIAG mit. Darin bezeichnete Meyer beispielsweise das Kriegsende als das „Ende von Gott und der Welt“ und offenbarte seine Sehnsucht nach einem neuen Führer der „die große Erlösung vom Übel“ bringe.
Meyer trat im Jahr 1931 in die SS ein und kämpfte an zahlreichen Fronten des Zweiten Weltkrieges. Er kommandierte die Aufklärungsabteilung der „Leibstandarte Adolf Hitler“ und später die hoch ideologisierte 12. SS-Panzerdivision „Hitlerjugend“. „Panzermeyer“ wurde von der NS-Propaganda als Ideal des draufgängerischen jungen Offiziers propagandistisch aufgebaut und in seiner Personalakte als „fanatischer Kampfgeist“ charakterisiert. Im September 1944 wurde er in Belgien gefangengenommen. Er gab sich zunächst als Oberst aus, wurde jedoch erkannt und in ein Lager für hochrangige Gefangene in Großbritannien überstellt. In der Kriegsgefangenschaft bezeichnete er den Nationalsozialismus als seine „Religion“ und nicht bloß als ein „augenblicklich regierendes System“. Von den Alliierten wurde Meyer für zahlreiche Verbrechen persönlich und als Befehlshaber verantwortlich gemacht, beispielsweise die Ermordung von 50 Juden in Polen und die Erschießung von 187 kanadischen Kriegsgefangenen. Für den Geheimbefehl zur Erschießung von kanadischen Kriegsgefangenen wurde Meyer am 28.12.1945 zum Tode verurteilt. Seine Popularität kam ihm zugute – wahrscheinlich aus diplomatischen Gründen entging er letztlich der Todesstrafe. Auch seine lebenslange Haftstrafe endete bereits im September 1954.
Literatur:
Lieb, Peter: Konventioneller Krieg oder Weltanschauungskrieg? Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44 Oldenbourg, München 2007.
Neitzel, Sönke: Abgehört – Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942-1945, Berlin 2011.
Margolian, Howard: Conduct Unbecoming – The Story of the Murder of Canadian Prisoners of War in Normandy, Toronto 2000.
Westemeier, Jens: Himmlers Krieger. Joachim Pieper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit, Paderborn 2014.
Lehnhardt, Jochen: Die Waffen-SS: Geburt einer Legende – Himmlers Krieger in der NS-Propaganda, Paderborn 2017.
Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum. Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten. Weitere Objekte des Monats …
- Geänderte Öffnungszeiten
Das Museum öffnet am Dienstag, 11.03.2025 erst um 10:30 Uhr. Aufgrund einer Personalversammlung sind wir erst etwas später für Sie da.
- Objekt des Monats 03/2025
Japanischer Panzerhelm, ca. 1930er Jahre
Inv. Nr.: DPM 1.550
Dieser Helm ist die ungefütterte Sommerversion des japanischen Panzerhelms Typ 92. Er besteht aus braunem Textil und ist komplett gepolstert. An den Seiten konnten die Träger die Helmweite an den Kopf anpassen, der Kinnriemen umrahmt das Ohr und das Innenfutter besteht aus Leder. Auf der Vorderseite ist der Stern für die Kaiserliche Japanische Armee zu sehen.
Das japanische Militär verfolgte die Panzerentwicklung Europas während des Ersten Weltkrieges genau. Direkt nach dem Krieg orderte sie britische Whippet Panzer und französische Renault FT und begann schon Mitte der 1920er Jahre mit der Entwicklung eigener Modelle. Japan stellte seinen ersten serienproduzierten Panzer im Jahr 1934 in Dienst, den Typ 89B. Auch hinsichtlich der Einsatzdoktrin der Panzereinheiten befand sich Japan in einer ständigen Beobachtung und Weiterentwicklung. Durch die imperialistische Ausrichtung der japanischen Armee war sie nie rein auf Landesverteidigung ausgelegt. Japans Expansionspolitik führte zu Konflikten mit der Sowjetunion und Kriegen mit China. Zunächst als Begleitwaffe für die Infanterie, stellte Japan im Jahr 1942 nach deutschem Vorbild ebenfalls Panzerdivisionen auf. Die Einsätze der japanischen Armee im Zweiten Weltkrieg waren jedoch nur wenig mit den europäischen Schlachtfeldern vergleichbar. Die operativen Prinzipien konnten auf den zum Teil sehr kleinen, hügeligen, dicht bewachsenen und mit schlechter Infrastruktur ausgestatteten Pazifikinseln nicht umgesetzt werden, weshalb Japan eigene Einsatzprinzipien für dieses schwierige Terrain entwickeln musste.
Für die Besatzung ihrer Panzer suchte die japanische Armee Rekruten aus, die idealerweise bereits einen Führerschein besaßen, technische Kenntnisse vorwiesen und mindestens einen mittleren Schulabschluss besaßen. Ihnen wurde zugetraut, die komplexen Maschinen nicht nur bedienen, sondern auch warten zu können. Die Ausbildung umfasste eine Einführung in alle Bedienplätze des Fahrzeuges, in ihrer Einheit vertieften sie dann eine der Aufgaben: Fahrer, Richtschütze, Funker oder Mechaniker.
Im Jahr 1940 war die Japanische Panzerflotte die fünftgrößte der Welt. Allerdings hatte das Land in den 1930er und 1940er Jahren noch nicht die wirtschaftliche und industrielle Leistungskraft, um ausreichend Panzer für die Vollausstattung ihrer Panzerdivisionen zu produzieren. Während im Jahr 1943 noch rund 1.500 Panzer produziert wurden, sank diese Zahl ein Jahr später auf rund 900. Der Fokus für den Einsatz der ebenfalls begrenzten Rohstoffe lag aus strategischen Gründen auf dem Ausbau der Marine.
Literatur:
Drea, Edward J.: Japan’s Imperial Army – Its Rise and Fall, 1853-1945, Kansas 2009.
Rottman, Gordon L. / Takizawa, Akira: World War II Japanese Tank Tactics, Oxford / New York 2008.
Zaloga, Steven J.: Japanese Tanks 1939-45, Oxford 2007.
DasPanzermuseum: Der Pazifikkrieg – Literatur zum Einstieg [Papierkrieg 19], 12.09.2024: https://www.youtube.com/watch?v=nuHrXH8qno8
Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum. Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten. Weitere Objekte des Monats …
- Neue Videoreihe hat begonnen!
In sieben Teilen mit insgesamt 2h Dauer beleuchten wir den Sturmtiger.