Objekt des Monats 01/2021

Objekt des Monats 01/2021

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten

Verwundetenabzeichen 1. WK in Silber

Inv. Nr.: DPM 3.1.16

Der Erste Weltkrieg brachte nicht nur Millionen von Toten hervor, sondern auch diverse Orden und Abzeichen, um seine Überlebenden auszuzeichnen. Eine Besonderheit stellt das Verwundetenabzeichen dar, welches keine Auszeichnung für besondere Taten oder die Teilnahme an einer Schlacht oder dem Krieg allgemein ist. Kaiser Wilhelm II. stiftete es am 3. März 1918 in drei Stufen (Schwarz, Silber, Gold) für Soldaten, die im Krieg versehrt oder verstümmelt wurden. Es ist recht schlicht mit einem von Eichenlaub gerahmten Stahlhelm vor gekreuzten Schwertern gestaltet, ein Symbol des Schutzes, welches denkbar unpassend für den Stiftungszweck erscheint. Ähnliche Abzeichen wurden auch in anderen Ländern gestiftet, zum Beispiel in Italien und Großbritannien.

Bis Ende 1936 beantragten 442.669 Veteranen Verwundetenabzeichen. Antragsberechtigt für die zweite, silberfarbene Stufe waren unabhängig des Grades der Verletzung drei- bis viermalig Verwundete, ab Anfang 1936 konnten die höheren Stufen auch bei besonders schweren Verletzungen wie dem Verlust von Gliedmaßen oder dem Augenlicht beantragt werden.

Die Versorgung der Kriegsversehrten war zunächst nach ihrem Dienstgrad im Kriege und ab 1920 nach dem Grad ihrer Behinderung im Schwerbehindertengesetz geregelt. Das Tragen des Verwundetenabzeichens verhalf zu keinen realen Vergünstigungen, wie andere Auszeichnungen besaß es eine symbolische Funktion: Es machte sichtbare Verstümmelungen als „Opfer für den Krieg“ erkennbar und stellte auch einen Appell an die Mitmenschen dar.

Mit der Weltwirtschaftskrise und der zunehmenden Verarmung weiter Teile der deutschen Bevölkerung, insbesondere der Kriegsversehrten und anderen EmpfängerInnen von staatlichen Leistungen, nahm die gesellschaftliche Anerkennung der Invaliden schnell ab. Mit zunehmender Distanz zum Krieg kippte die öffentliche Meinung dahingehend, dass die Veteranen sich mehr anstrengend sollten, um in der Zivilgesellschaft anzukommen, statt um (staatliche) Almosen zu bitten.

Diese Denkweise ist bereits im Schwerbehindertengesetz von 1920 wiederzufinden, wonach hauptsächlich Heil- und Wiedereingliederungsmaßnahmen in die Arbeitswelt gefördert wurden. Kriegsversehrte sollten sich somit so schnell wie möglich wieder selbst finanzieren. Wem dies nicht gelang oder wem dies verwehrt wurde, wie zum Beispiel den Gesichtsverletzten, welche aufgrund ihrer schwer versteckbaren Verstümmelung besonders schwer eine Arbeit erhielten, fand sich besonders schnell am Rande der Gesellschaft wieder. Bis heute ist eines der bekanntesten Fotos der 1920er Jahre der bettelnde Kriegsveteran mit Eisernem Kreuz und Verwundetenabzeichen am Straßenrand.

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Objekt des Monats 12/2020

Objekt des Monats 12/2020

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
Da wir uns bemühen auch besonders Stücke aus dem Depot vorzustellen, finden sich hier auch ungewöhnliche Objekte und spannende Geschichten

NVA-Kartikatur

Inv. Nr.: DPM 6.1549

Die Unteroffiziersschule IV „Paul Fröhlich“ in Zwickau befand sich in Kasernengebäuden, die bereits seit 1885 bestanden und mal militärisch, mal polizeilich genutzt wurden. Seinen Traditionsnamen erhielt die Unteroffiziersschule von dem Zwickauer SED-Politiker Paul Fröhlich einem Jahr nach dessen Tod 1970. In den Unteroffiziersschulen bildete die NVA nach Umgestaltung des Ausbildungsbetriebes ab 1969 Mannschaftsdienstgrade zu Unteroffizieren aus. In Zwickau wurden Soldaten der Motorisierten Schützendivision ausgebildet, darunter auch Panzertruppenteile. Dies beinhaltete militärische und militärtechnische Inhalte sowie zur Ausbildung von Führungskompetenzen auch pädagogische Inhalte. Ein Schwerpunkt bestand jedoch auch in der politischen Bildung, der sich neben Unterrichtseinheiten auch auf die Freizeitgestaltung der Soldaten auswirkte.

Generell hatten NVA-Soldaten im Vergleich zu denen der Bundeswehr wenig Freizeit, da im Rahmen der ständigen Gefechtsbereitschaft, stets 85% des Personals innerhalb weniger Minuten gefechtsbereit und damit vor Ort sein musste. Aus diesem Grund verbrachten viele Soldaten ihre Wochenenden regelmäßig in der Kaserne und bemühten sich, die Zeit irgendwie totzuschlagen; einige schlossen sich zusammen, um sich künstlerisch zu betätigen. So entstanden diese Zeichnungen im Rahmen einiger gemeinsamer Abende, in welcher ein künstlerisch begabter Soldat seinen Kameraden Karikaturen zeichnete und zum Abpausen und Ausmalen bereitstellte. Die Zeichnungen greifen Szenen des gemeinsamen Kasernenalltags auf, aber auch wie bei dieser Zeichnung außergewöhnliche und humoristische Situationen. Die Figuren mit den „Knollennasen“ erinnern an die Charaktere des in der DDR bekannten Comiczeichners Heinz Jankofsky, der die NVA ebenfalls gern aufs Korn nahm. 

Der hier künstlerisch verarbeitete Unfall eines T-55 mit einem Strommast hat sich wohl tatsächlich so ereignet und endete für die Besatzung nach Erinnerung des Zeitzeugen mit reichlich Ärger. Die NVA nutzte die Panzer der T-55-Reihe auch nach ihrer „Ablösung“ durch den T-72 weiterhin zu Ausbildungszwecken.

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Objekt des Monats 11/2020

Objekt des Monats 11/2020

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
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Bundeswehr Dienstanzug Damen

Inv. Nr.: DPM 1.916

Diese Dienstjacke gehörte einer bis heute aktiven Soldatin des Panzergrenadierlehrbataillons 92 in Munster. Sie trat kurz nach der Öffnung der Bundeswehr für Frauen im Jahr 2001 in die Streitkräfte ein und war bereits in einigen Auslandseinsätzen. Zuvor war dies nicht möglich gewesen, da vor dem Jahrtausendwechsel Frauen nur im Sanitäts- und Militärmusikdienst erlaubt waren. Erst die Klage einer Elektronikerin zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen in der Bundeswehr ermöglichte Frauen den Dienst an der Waffe.

Obwohl der Dienstanzug nie mit in Auslandseinsätzen war, steht er dennoch eng mit ihnen in Verbindung. Die Soldatinnen und Soldaten des Bataillons lagern einen Dienstanzug, sowie ihre Auszeichnungen in der Kaserne ein, wenn sie in den Einsatz gehen. So ist bereits alles für ein militärisches Begräbnis vorbereitet, sollten sie im Einsatz sterben. Was makaber anmutet, ist integraler Bestandteil des Soldatenberufes: Die Auseinandersetzung mit dem eigenen (gewaltsamen) Tod ist insbesondere für Soldatinnen und Soldaten, die in den Einsatz gehen, unabdingbar. Die Vorbereitung des eigenen Begräbnisses entlasten zudem auch die Angehörigen, sollte dieser tatsächlich eintreten.

Seit Beginn der Auslandseinsätze sind insgesamt 114 Bundeswehrangehörige im Auslandseinsatz oder bei anerkannten Missionen gestorben (Stand: 2019). Die Bundeswehr als Institution hat seitdem einige Lehren im Umgang mit dem Sterben sowie der Trauerverarbeitung der Soldatinnen und Soldaten und deren Angehörigen gezogen. So werden zum Beispiel Lehrgänge für Vorgesetzte angeboten, wie sie mit dem Tod eines oder einer Untergebenen umgehen, Todesnachrichten an die Familie überbringen und mit deren Reaktionen umgehen können.

Das Gedenken an den verstorbenen Kameraden oder die Kameradin findet im Lager des Einsatzgebietes und in der Kasernenanlage des Stammtruppenteils statt. Bei der Bestattung werden militärische Ehren nur auf Wunsch der Angehörigen erbracht und wenn kein Hinweis auf den Tod im Zusammenhang mit Verbrechen besteht. Dabei gibt es unterschiedliche Stufen des Zeremoniells, die auch vom Dienstgrad des oder der Verstorbenen abhängig sind. Da neben Kameradinnen und Kameraden, die einen Kranz tragen, auch ein Samtkissen mit den Orden und Ehrenzeichen des oder der Verstorbenen gezeigt werden kann, ist neben der Uniform, die getragen werden soll, auch eine leicht auffindbare Einlagerung dieser Auszeichnungen sinnvoll.

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Objekt des Monats 10/2020

Objekt des Monats 10/2020

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Bundeswehr Panzerbarett Oliv

Inv. Nr.: DPM 1.381

Der Dienst in einem Panzerfahrzeug geht mit besonderen körperlichen Herausforderungen einher, welchen auch in der Uniform Rechnung getragen wird. Aus diesem Grund erhielt die Panzertruppe schon immer eigene Sonderbekleidungen, welche von den anderen Uniformen des Heeres abwich.

Nachdem die Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) gescheitert war, musste die Bundeswehr mit ihrer Aufstellung 1955 nach einer neuen Uniformierung suchen. Diese sollte möglichst praktikabel sein und Modernität sowie ein neues Dienstverständnis repräsentieren, konnte sich jedoch nicht völlig von deutschen militärischen Traditionen abwenden. Trotz der Befürchtung, die kaum zehn Jahre zuvor noch deutsch besetzten Nachbarstaaten vor den Kopf zu stoßen, wurden neben neuen Elementen auch diverse Anleihen von Wehrmachtsuniformen übernommen.

Die neu designte Kopfbedeckung für Panzersoldaten war ebenso wie der Kampfanzug der Bundeswehr olivfarbend, noch angelehnt an die EVG-Uniform. Die zweiteilige Form ist jedoch eindeutig an die Panzerschutzmütze der Wehrmacht angelehnt, wenn auch weniger voluminös. Unterhalb der Filzmütze befindet sich eine gepolsterte Kappe, die den Kopf des Trägers in der Enge des Panzers vor Stößen schützen sollte, ohne, wie bei einem Helm, die Vibration der Maschine auf den Kopf zu übertragen und die Hörfähigkeit weiter einzuschränken. Wesentlich schlichter als bei der Wehrmacht zierte die Bundeswehr-Schutzmütze lediglich eine auf olivfarbenen Untergrund gewebte bundesdeutsche Kokarde und die gekreuzten Schwerter des Heeres.

Der Herstellername des Baretts „Codeba KG“ setzt sich aus der Abkürzung „Companie deutscher Baskenmützenhersteller“ zusammen. Ein Gründer dieser Gesellschaft war, neben belgischen Herstellern, auch die seit 1885 bestehende Wuppertaler Firma Peter Küpper Ronsdorf. Unter dem Kürzel „Peküro“ stieg das Unternehmen bereits im Zweiten Weltkrieg zu einem der größten Hersteller für militärische Kopfbedeckungen auf.

Ebenso wie die Wehrmacht verwarf auch die Bundeswehr diese gepolsterte Version des Baretts zugunsten einer einfacheren, praktikableren Kopfbedeckung. 1971 erhielten die Panzertruppen das schwarze Barett, was bis heute in ähnlicher Form getragen wird.

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Objekt des Monats 09/2020

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Panzerkampfabzeichen IV. Stufe, Einsatzzahl 75

Inv. Nr.: DPM 3.2424

Das Panzerkampfabzeichen wurde 1940 eingeführt und ist eines von drei Waffenabzeichen der Wehrmacht neben dem Allgemeinen Sturmabzeichen und dem Infanteriesturmabzeichen. Das silberne Panzerkampfabzeichen konnte einem Mitglied einer Panzerbesatzung nach drei aktiven Einsätzen im Gefecht vom jeweiligen Kommandeur verliehen werden, Unterstützungseinheiten erhielten bei gleicher Anforderung „nur“ eine bronzefarbene Version. Ein Panzerkampfabzeichen konnten somit nicht nur die Panzerbesatzungen erhalten, sondern bspw. auch mitfahrende Sanitätssoldaten, begleitende Kradmelder und Angehörige der Instandsetzungstruppen und Panzer-Nachrichtenabteilungen.

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges erfüllten immer mehr Soldaten die Anforderungen an ein Panzerkampfabzeichen, weshalb es im Juni 1943 eine Erweiterung um drei Stufen erhielt. Die neuen Stufen II­–IV erhielten Soldaten der Panzertruppen bzw. deren Unterstützungseinheiten, wenn sie 25, 50 oder 75 Gefechtstage nachweisen konnten; eine Erweiterung der Stufe IV um die Einsatzzahl 100 war ebenfalls möglich. Es durfte nur das jeweils höchste Abzeichen getragen werden.

Im Merkblatt 15/5 zu den Bestimmungen zur Verleihung heißt es, Adolf Hitler habe diese „als Anerkennung der immer erneut bewiesenen Einsatzfreudigkeit der im Panzer angreifenden Angehörigen der schweren Waffen“ genehmigt. Tatsächlich ist diese Stiftung wohl eher in Hinblick auf die geplante Operation Zitadelle zu sehen. Bei diesem Großangriff gegen die Rote Armee konnten besonders intensive Kämpfe – und hohe Verluste – erwartet werden. Die Ausgabe von Auszeichnungen sollte dazu beitragen, die Kampfmoral zu erhalten. Dies war aufgrund der nur wenige Monate zuvor erlebten Niederlage vor Stalingrad besonders wichtig.

Der Kommandeur der Schweren Panzer-Abteilung Feldherrnhalle verlieh das Panzerkampfabzeichen mit der Einsatzzahl 75 inmitten ungeordneter Rückzugskämpfe noch Ende April 1945 an einen Panzerfunker. Die Abteilung befand sich zu diesem Zeitpunkt mit ihren letzten Königstigern auf dem Rückzug von Österreich nach Böhmen. Für die Verleihung räumte er trotzdem Zeit ein. Das vorliegende Abzeichen wurde jedoch erst nach Kriegsende beschafft – ob es gar nicht erst ausgegeben wurde oder ob es dem Beliehenen bei seiner Gefangennahme durch US-amerikanische Einheiten abgenommen wurde, ist nicht bekannt.

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Objekt des Monats 08/2020

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Manöverabzeichen ŠTÍT 1984

Inv. Nr.: DPM 3.2550

Das Manöver ŠTÍT (tschechisch für „Schild“) fand im September 1984 auf dem Boden der Tschechoslowakei und der DDR statt. Die Teilnehmer erhielten ein Manöverabzeichen, auf dem alle Flaggen der beteiligten Staaten der Warschauer Vertragsorganisation abgebildet sind: Bulgarien, Ungarn, die DDR, Polen, Rumänien, die Sowjetunion und die Tschechoslowakei. ŠTÍT 1984 war eine groß angelegte Übung, in welcher die Soldaten besonders mobil waren und sich innerhalb kurzer Zeit durch das gesamte Gebiet der Tschechoslowakei bewegten: Die Übung begann im Herzen der Slowakei und endete nah der Grenze der DDR im Westen Tschechiens.

Die NVA der DDR war unter anderem mit Motorisierten Schützendivisionen vertreten, welche zusammen mit der Tschechoslowakischen Volksarmee einen Angriff über die Elbe inklusive der Eroberung von Brückenköpfen übten. Das Manöverabzeichen unserer Sammlung wurde einem Fahrer eines T-55 TK, einem Kran- und Bergepanzer der NVA, verliehen. Das Fahrzeug war regulär nur mit zwei Personen, dem Kommandanten und dem Fahrer besetzt; nur im Kriegsfall sollte ein Mechaniker ergänzt werden. Während der Übung übernahmen sie am Ufer der Elbe die Aufgabe, Panzer, welche die Flussüberquerung nicht schafften und steckenblieben, zu bergen. Der T-55 TK selbst durfte keine Überquerung durchführen, da dies wegen des Kranaufbaus als zu gefährlich erachtet wurde.

Die Großmanöver bildeten in der Regel keine realistischen Einsatzbedingungen ab. Im Falle eines Krieges mit den NATO-Staaten hätte jeder Staat der Warschauer Vertragsorganisation zunächst von seinem eigenen Territorium aus agiert. Eine Durchmischung der Streitkräfte und eine gemeinsame Gefechtsführung der Staaten waren nicht geplant.  Im Gegenteil war sogar geplant, Verbände der Sowjetunion jeweils zwischen den Verbänden der Vertragspartner operieren zu lassen, um eine Kommunikation untereinander zu unterbinden und die Kontrolle über diese sicherzustellen.

Im Vergleich zu den Manövern in den 1960er Jahren, in welchen Operationen gemäß der Offensivdoktrin unter atomaren Bedingungen durchgeführt wurden, lag der Schwerpunkt der Übungen der 1980er Jahre eher darauf, ein koordiniertes Zusammenwirken auf der Organisations- und vor allem Informationsebene zu gewährleisten: Im Atomzeitalter war eine zuverlässige Weiterleitung von Befehlen in kürzester Zeit überlebenswichtig.

Gemeinsame Übungen hatten aber auch immer eine politische Dimension. Nicht nur militärische Abschreckung nach außen, sondern auch das Schaffen eines Gemeinschaftsgefühls im Bündnis gehörte dazu. Die Manöver wurden daher begleitet von diversen Abendveranstaltungen wie Bällen, Konzerten, feierlichen Essen und Truppenparaden. Während in den 1960er Jahren die lokale Bevölkerung in den Rahmenveranstaltungen noch stark eingebunden war und die Soldaten der verbündeten Armeen zum Teil mit Aufmärschen willkommen hießen, schwand das Interesse der Bevölkerung und auch der Presse an den Manövern der 1980er Jahre.

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