Creative Commons Bilddatenbank

Das Bundesarchiv hat dankenswerterweise ein große Zahl Bilder an die Wiki Commons gespendet. Diese können zur Wissensvermittlung frei verwendet werden, was ein großartiger Service ist.

Zur Lizenz gehört, dass Nutzer:innen der Bilder sich verpflichten, eventuell vorgenommene Bearbeitungen dieser Bilder ihrerseits ebenfalls kostenfrei zugänglich zu machen.

Dies tun wir auf dieser Seite mit Bildern, die wir in diesem Vortrag im Jahr 2022 genutzt haben:



Alle veränderten Bilder finden sich hier und können kostenfrei und ohne weitere Genehmigung genutzt werden. Wichtig ist nur, dass die Bundesarchiv-Signatur bei der neuen Nutzung als Photo Credit aufgeführt wird. Ein „Bearbeitung durch das Panzermuseum“ kann ergänzt werden.

KEINE MILITÄR-MODELLBAUAUSTELLUNG MEHR IM PANZERMUSEUM

Zwanzig Jahre lang gab es im Panzermuseum einen festen Programmpunkt: Die Militär-Modellbauausstellung in den Hallen des Hauses. Zuerst zu Ostern, später zu Pfingsten, präsentierten sich Dutzend Fans des Hobbys ihre Modelle, die manchmal wirklich eine atemberaubende Qualität hatten.


Dazu traten einige kommerzielle Stände, an denen sich die Fans mit neuem Material versorgen konnten. Die zweitägige Veranstaltung hatte eine hervorragenden Ruf in der Modellbauszene und faszinierte auch den einen oder anderen Menschen für das Thema, der sich vorher gar nicht dafür interessiert hat. Über die Jahre hinweg profitierten beide Seiten voneinander: Anfangs, als das Museum noch nicht so medial präsent war wie heute, war die fleißige Werbung der Veranstalter auch immer eine gute Werbung für das Museum. Später, als das Museum immer öfter in den Medien auftauchte und vor allem in den Sozialen Medien sehr präsent war, wurden viele Leute über das Museum auf die Veranstaltung aufmerksam. Besonders hervorzuheben ist das alljährliche fleißige Spendensammeln zugunsten der Kinderkrebshilfe, das fester Bestandteil jeder Ausstellung war.

Mit der Pandemie wurde die Veranstaltung, wie so viele andere, vorläufig eingestellt.

In der Zwischenzeit hat sich im Panzermuseum hinter den Kulissen viel getan. Eine neue Dauerausstellung wurde entwickelt, die ab Februar in unseren Hallen zu sehen sein wird. Sie wird den Anspruch verwirklichen, den das Haus in der letzten Dekade entwickelt hat und nur durch bürokratische Verzögerungen bisher nicht vollständig umsetzen konnten: Die Panzer in den Hallen in einen historischen Kontext einzubetten – und zwar in die hellen Seite des Themas wie z.B. Kameradschaft und technische Leistungen ebenso, wie in die dunklen Seiten des Themas wie z.B. Leiden und Verbrechen. Über 50 Texte und über 150 Fotos, Grafiken und andere Medien werden diese Inhalten transportieren. Die Tonalität des Hauses wird sich damit zum ersten Mal nach 40 Jahren Bestehen des Hauses drastisch ändern.

Da Corona zwar nicht vorbei ist, aber doch immer mehr in den Griff bekommen wird, stand nun natürlich die Frage im Raum, ob denn Pfingsten 2023 die Modellbauaustellung wieder zu Gast im Panzermuseum sein soll. Heute gab es dazu ein Gespräch mit den beiden Organisatoren der Ausstellung und das Ergebnis des Termins lautet: Nein, die Ausstellung wird künftig nicht mehr im Museum stattfinden.

Neben vielen Detailgründen ist dabei ein Umstand grundsätzlich entscheidend: Das Wesen der Messe und das Wesen der neuen Ausstellung passen nicht mehr zusammen.

Die Ausstellung war die vergangenen Dekaden eine beinahe rein technische: Panzer stand neben Panzer und die Objekttexte gaben auch Informationen über das jeweilige Fahrzeug weiter, aber größere historische Zusammenhänge gab es nicht. Man konnte das Panzermuseum also wie ein Traktorenmuseum oder ein Autohaus besuchen – als rein technische Schau. Das Panzermuseum hat bereits die letzten 10 Jahre den Anspruch gehabt, die historische Einbettung vorzunehmen, aber das fand aus Geldmangel bisher nicht durch die Ausstellung statt. Durch Audioguides, ja. Durch Führungen, ja. Aber nicht durch die Dauerausstellung an sich.

Das war museologisch schade, hatte aber den Effekt, dass ein fröhliche und lockere Veranstaltung wie die Modellbauaustellung auch gut 2 Tage in den Hallen zu Gast sein konnte. Große Panzer und kleine Panzer in einer Halle, das ergab Sinn, solange nichts weiter drumherum war. Deswegen haben wir die Ausstellung auch so lange gern zu Gast bei uns gehabt.

In der neuen Ausstellung passen die beiden Sachen aber nicht mehr zusammen. Die neue Ausstellung wird viele Informationen beinhalten über die dunkle Seite von 100 Jahren Panzerei – in Wort und Bild. Und dazwischen passt eine lockere, fröhliche Veranstaltung nicht mehr.

Fotos von verbrannten Leichen, die aus Panzern geborgen werden, sind kein passender Hintergrund mehr dafür.

Texte über die Zwangsarbeit in Auschwitz III sind kein passender Hintergrund mehr dafür.

Fotos von Leichenbergen sind kein passender Hintergrund mehr dafür.

Texte über das Ertrinken in Panzern sind kein passender Hintergrund mehr dafür.

Fotos von Menschen unter Panzerketten sind kein passender Hintergrund mehr dafür.

Wir haben uns daher dazu entschlossen, dass das Museum nicht mehr der richtige Ort für die Modellbauausstellung ist, die ja ein fröhliches und entspanntes Zusammenkommen von Menschen mit dem gleichen Hobby ist. Und das soll sie auch bleiben – und das geht eben ab 2023 nicht mehr in den Hallen des Panzermuseums.

Wir selber bedauern den Wegfall eines traditionellen Events im Jahr ebenfalls – speziell, weil es ja mal nicht am Geld scheitert, wie so vieles andere, und weil es auch keinen Streit oder dergleichen gab. Wir wünschen im Gegenteil dem Team und den Ausstellerinnen und Ausstellern alles Gute und haben unsere Hilfe angeboten. Wenn eine Ersatz-Location in der Nähe gefunden wird, werden wir daher gerne Kombitickets anbieten; wir werden die Ausstellung und den neuen Ort auf unseren Kanälen bewerben (auch wenn er weiter weg ist) und was uns sonst noch an Kooperationsmöglichkeiten einfällt.

Wir wünschen allen Modellbaufans alles Gute!

Ralf Raths
Direktor

Die Tagesthemen stellen das Panzermuseum vor

Was tut das Panzermuseum und welche Relevanz hat es in diesen Tagen? Die Tagesthemen haben ein kurzes Portrait über das Haus gemacht.

MEILENSTEIN DER DIGITALEN VERMITTLUNG

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Ein großer Meilenstein für das Panzermuseum: In der Nacht vom 01. auf den 02. Mai 2022 hat der YouTube-Kanal des DPM die magische Grenze von 100.000 Abos durchbrochen. Das Panzermuseum ist damit das erste deutsche Museum, das bei YouTube eine sechsstellige Zahl an Abos erreicht.
Warum ist das relevant? YouTube sollte für Museen von zentraler Bedeutung sein; unter anderem, weil gilt: „Mit YouTube gewinnt erstmals ein kommerzieller, nicht öffentlich kontrollierter Player eine zentrale Rolle für den Bildungsprozess von Jugendlichen. Das ist für Eckart Liebau, Vorsitzender des Rates für Kulturelle Bildung, das Ergebnis einer Studie, die im Juni [2019] veröffentlicht wurde.“[1] Die Präsenz deutscher Museen bei YouTube ist allerdings minimal: Nur wenige Museen sind überhaupt bei YouTube aktiv und nur die allerwenigsten entfalten eine spürbare Reichweite. Wir hoffen, dass das Beispiel des DPM andere Häuser anregt, diese Plattform mehr zu nutzen.

Ausstellungsgestaltung – hinter den Kulissen

Wir arbeiten momentan daran, unsere neue Ausstellung fertigzustellen. Inhaltlich sind wir mit den Texten sehr weit; mit den Medien (Fotos, Karten, Diagramme etc.) beginnen wir gerade erst. Parallel müssen wir aber das Design der neuen Ausstellung entwickeln, damit die Folien auch gedruckt werden können, wenn wir Texte und Medien zusammen haben.

Man kann sich viele schlaue Gedanken machen zu Design von Stelltafeln. Manche Regeln sind von der Fachwissenschaft gesetzt (Stil und Form von Museumstexten), andere sind durch Normen festgelegt (mittlere Höhe von Texten etc.), wieder andere legen nur wir selbst fest – und manchmal muss man auch welche brechen, um bestimmte Ziele zu erreichen.

Aber früher oder später kommt der Punkt, an dem alle Überlegungen am Monitor nicht weiterführen. Irgendwann muss man ausprobieren, was man vorhat; muss den Text in Originalgröße sehen; muss die Medien an ihrem Ort sehen; muss sehen, wie Farben und Fonts zusammenpassen usw. Da hilft nur: Probeweise ausdrucken.

Nun sind 3m hohe Stelltafeln schwer an einem Stück auszudrucken. Stattdessen muss man sie mühsam aus DIN A4 Seiten zusammenpuzzlen. Genau das haben wir getan und es ist wirklich kein Spaß. Dafür bekommt man aber eben einen ganz anderen Eindruck vom Produkt – und viele neue Erkenntnisse.

Jedes Modul wird aus mehreren solcher Tafeln bestehen. Links sieht man eine Einführungstafel, erkennbar an den fetten Jahreszahlen oben. Diese Einführungstafeln geben eine Übersicht über den Zeitraum, indem Sie als Museumsbesucher:in sich gerade befinden, und sie reißen verschiedene Themen kurz an. Daran schließen sich dann immer einige Storytafeln an – das ist hier die Tafel „Revolution“. Ein Storytafel erzählt immer eine Geschichte etwas genauer und beleuchtet so eine Perspektive auf den Panzer.

Wir haben schnell erkannt, dass einige Dinge nicht wirklich funktionieren, die sich in der Theorie gut anhörten. So gab es beispielsweise links einen Zeitstrahl, auf dem wir die wichtigsten Daten eines Moduls zeigen wollten.

Der gestrichene Zeitstrahl

Es stellte sich aber raus, dass der Zeitstrahl sehr viel Raum „fressen“ würde; und wenn man die Schriftgröße lesbar gestalten wollte, würden kaum noch Daten raufpassen. Da die verschiedenen Daten zudem nicht weiter erklärt werden könnten, würde sich der Erkenntnisgewinn in engen Grenzen halten. Daher haben wir schweren Herzens beschlossen, den Zeitstrahl grundsätzlich zu streichen. 🙁

Die Karte – zu klein!

Weiterhin stellte sich raus, dass die anvisierte Größe für Fotos (ca. DIN A4) durchaus funktionierte, die gleiche Größe für Karten aber viel zu wenig ist, um sie sinnvoll zu nutzen. Daher muss der gewonnene Raum durch den Wegfall des Zeitstrahls so genutzt werden, dass die Karte deutlich größer gezogen werden kann – was wiederum das Gesamtdesign beeinflusst. Darüber hinaus sind die Medien recht tief positioniert.

Diese Höhe ist bei unseren Exponatsschildern in Ordnung, weil sie sich durch den Winkel den Besucher:innen bequem darbieten. Bei einer senkrecht an der Wand klebenden Karte oder einem Foto ist das Lesen deutlich unbequemer. Wenn wir die Medien hochschieben würden, müsste der Text aber anders angeordnet werden, was die innere Struktur der Texte angreift und die Lesbarkeit herabsetzt. Schiebt man alles nach oben, wandert die obere Lesekante deutlich aus den normierten Mittelmaßen heraus.

Glyphen

Was hingegen sehr gut funktioniert, sind unsere Glyphen. Wir wollen immer, wenn im Text ein Fahrzeug erwähnt wird, das in der Nähe steht, neben dem Text ein Symbol einfügen.

Damit verknüpfen wir den Text und die Objekte. Eine Glyphe heißt „Sehen Sie sich um! Irgendwo hier ist ein historisches Ding, das direkt mit dieser Geschichte zu tun hat!“ So vermeiden wir das „begehbare Buch“, das keine Verbindung zu den Objekten hat und zeigen gleichzeitig. wieviel Geschichte in den Objekten steckt. Wir haben aber gemerkt, dass im Fließtext die Objektreferenz deutlich markiert werden muss, hier noch als Kulistrich. Das wird später in deutlichem Orange gedruckt, so dass der Zusammenhang zwischen Lupe und Unterstreichung augenfällig wird.

Gewaltbilder

Ein weiteres zentrales Anliegen ist für uns, Gewaltbilder in die Ausstellung zu integrieren. Wir wollen zeigen, was Panzer tun und was in Panzern passiert. Wir wollen aber keine Kinder schocken, keine Veteran:innen re-traumatisieren und ganz allgemein niemanden zwingen, diese Bilde zu betrachten. Daher werden wir die Bilder mit einem Meshstoff abhängen und durch ein klares Symbol auf der Abdeckung kenntlich machen. Erst wenn man die Abdeckung anhebt, kann man das Bild betrachten.

So in etwa sollen die Gewaltbildabdeckungen funktionieren.

Damit Kinder dort nicht so leicht herankommen, müssen die Bilder möglichst hoch hängen. Mit jedem Zentimeter, den man höher geht, wird es aber für kleine Personen und vor allem für Rollstuhlfahrer:innen immer schwerer und irgendwann unmöglich, an die Abdeckung heranzukommen. Für dieses Dilemma haben wir noch keine Lösung gefunden.

Das sind nur einige von viel, viel mehr Punkten, die wir in langen, oft erfrischend kontroversen Sitzungen besprechen, entwickeln, verwerfen, neu anfassen und (hoffentlich) irgendwann richtig hinbekommen. Wir hoffen, Sie haben ein kleinen Einblick erhalten, was alles alles bedacht werden muss, damit so eine Ausstellung funktioniert – von Inhalten und Technik und Kosten ganz zu schweigen. 😉

Adresse: Sie finden uns in der Hans-Krüger-Str. 33 in 29633 Munster / Niedersachsen. Nächste Bahnstation: Wenn Sie mit der Bahn anreisen möchten, nutzen Sie bitte die Haltestelle Munster/Ortze. Gastronomie und Unterkunft: Alle Fragen zu Unterkunft und Gastronomie beantwortet Ihnen gerne das Team der Munster Touristik.
Diese Hinweise und Regeln dienen dazu, Ihnen den Besuch im Museum so angenehm wie möglich zu gestalten und dabei die Sicherheit und Ordnung in unserem Haus zu gewährleisten. Mit dem Betreten des Museums erkennen Sie diese Regelungen an. Bitte beachten: Hunde und andere Tiere dürfen nicht mit in die Ausstellung genommen werden. Sie können aber auf dem Vorplatz warten. Behindertenbegleithunde sind hiervon ausgenommen. Bitte lassen Sie Ihre Hunde nicht bei extremen Temperaturen im Auto. ...
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Januar – Mai: Dienstag bis Sonntag, 10.00 Uhr – 18.00 Uhr, letzter Einlass 17.00 UhrMontags geschlossen. An Feiertagen auch montags geöffnet.Bitte beachten Sie, dass die Hallen ungeheizt sind, in den Wintermonaten kann es kalt sein. Juni – September: Täglich, 10.00 – 18.00 Uhr, letzter Einlass 17.00 Uhr Oktober – Dezember: Dienstag bis Sonntag, 10.00 Uhr – 18.00 Uhr, letzter Einlass 17.00 UhrMontags geschlossen. An Feiertagen auch montags geöffnet.Bitt...