Brettspiel Conflict of Heroes: Kursk ’43, 2020

Inv. Nr.: DPM 7.543

04/2026

“Kursk ’43“ der Reihe „Conflict of Heroes“ der US-amerikanischen Brettspielfirma Academy Games hat die Kämpfe der sowjetischen und deutschen Armee im Rahmen der Operation Zitadelle im Zweiten Weltkrieg zum Thema. Militärtaktische Brettspiele sind häufig komplex, Conflict of Heroes soll jedoch innerhalb von 10 Minuten erlernbar sein und ist für 2-4 Spieler:innen ab 14 Jahren ausgelegt.

Die Firma entwickelt Spiele mit historischen Szenarien, welche Handbücher mit angeblich „neutrale[n], sachliche[n] Einblicke[n] in die Ursachen historischer Ereignisse, ihren Verlauf und ihre nachhaltigen Auswirkungen“ beinhalten. Für Kursk ´43 hat Academy Games mit zwei Historikern zusammengearbeitet und sieht ihre Käufer:innen neben Brettspielfans auch in Schulen, Museen, Universitäten und im Militär. Durch Berücksichtigung von Taktik und Logistik soll man die gleichen Herausforderungen eines Schlachtfeldes wie echte Kommandierende erleben. Auch der deutsche Herausgeber „Giant Roc“ bewirbt das Spiel als „realistisch“ und „historisch exakt“.

Auf einer in Waben geteilten Karte befehligen die Spieler:innen in „Szenarien“ eine Einheit der deutschen oder sowjetischen Seite. Dieser besteht aus unterschiedlich bewaffneten Soldaten, aber auch Fahrzeugen wie Panzern. Pro Zug können die Spieler:innen eine Aktion durchführen, zum Beispiel Bewegen, Angreifen oder Reorganisieren. Aktionen haben unterschiedliche „Komplexitätswerte“ – würfeln die Spieler:innen eine niedrigere Zahl als den Wert, ist die Einheit „erschöpft“ und muss für den Rest der Runde aussetzen. So gewinnt entweder eine Seite ein Gefecht oder beide Seiten müssen aufgrund von handlungsunfähigen Einheiten passen und die Runde endet.. Sie können aber mit zuvor verdienten Aktionspunkten reaktiviert werden oder durch andere Karten wie „Eiserner Wille“ Treffer für eine Runde einfach ignorieren.

In dem Szenario „Die schwarzen Reiter der Steppe“ befehligen die Spieler:innen Soldaten der SS-Division Leibstandarte Adolf Hitler und sollen ein Dorf vor Prochorowka einnehmen. Beide Seiten können das Szenario gewinnen. Der tatsächliche Ausgang der historischen Gefechte, auf denen die Szenarien beruhen sollen, wird nicht erwähnt. Das Spiel stellt einen „sauberen“ Krieg dar – ohne Zivilist:innen, Partisan:innenkampf oder Verbrechen. Die zahlreichen Kriegsverbrechen der Leibstandarte – oder einer anderen Einheit – finden keinerlei Erwähnung. Im historischen Überblick des Handbuchs werden zudem von der Forschung längst überholte Mythen tradiert. Der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion wird zu einer Kulisse eines spaßigen „Konfliktes von Helden“.

Quellen

https://www.academygames.com

Töppel, Roman: Kursk – Mythen und Wirklichkeit einer Schlacht, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Band 57, Heft 3, 2009. Abrufbar unter: https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/2009_3_2_toeppel.pdf

Rieß, Volker: Malmédy – Verbrechen, Justiz und Nachkriegspolitik, in: Wette, Wolfgang / Ueberschär, Gerd R. (Hg.): Kriegsverbrechen im 20. Jahrhundert, Darmstadt 2001.

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