Französischer Panzerhelm, 1940

Inv. Nr.: DPM 1.965

02/2026

In den 1930er Jahren baute Frankreich seine gepanzerten Einheiten stark aus und besaß zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zahlenmäßig deutlich mehr Panzer als das Deutsche Reich. Panzermodelle aus dem Ersten Weltkrieg wurden kampfwertgesteigert, neue Modelle eingeführt und auch die Uniformen der Besatzungen weiterentwickelt. Für den Helm diente ein Modell aus dem Ersten Weltkrieg als Basis, der „Adrian“. Beim Modell für Panzerbesatzungen wurde damals der Vorderschirm entfernt, da er bei der Feldbeobachtung durch Optiken und Sehschlitze störte. Das stattdessen angebrachte Stirnpolster diente als Stoßschutz.

Mit dem Modell 35 wollte die französische Armee ihre Helmproduktion vereinfachen und Designs vereinheitlichen. Der Helm wurde aus einem Stück gefertigt und der markante Kamm fiel weg. Das Modell erhielt zudem einen kürzeren Nackenschirm zur Verbesserung der Beweglichkeit des Trägers und der Nutzbarkeit von Kopfhörern. 1940 erhielten Funker in einigen Panzereinheiten eigens einen baugleichen Helm aus Aluminium, von denen jedoch nur wenige ausgegeben wurden. Khaki – statt dem traditionellen Horizontblau – wurde zur dominierenden Farbe und lediglich die Embleme unterschieden sich. Dieser Helm trägt das Emblem für Besatzungen von Kampfpanzern: einen mittelalterlichen Helm mit gekreuzten Kanonen. Neben Soldaten in Panzerdivisionen gab es auch in Kavalleriedivisionen und leichten mechanisierten Divisionen Panzerfahrer. Sie trugen die entsprechenden Embleme ihrer Truppe auf den Helmen. Anders als im Deutschen Reich waren die Panzer in Frankreich auf verschiedene Truppengattungen aufgeteilt und dienten hauptsächlich der Unterstützung der Infanterie.

Zu einer allgemeinen Einführung der neuen Helme kam es jedoch vor 1940 nicht mehr, französische Soldaten trugen alle verfügbaren Adrian-Modelle. Dieser Helm wurde im Jahr 1940 von der Firma MAMOU in Marseille hergestellt und war damit zunächst nur wenige Wochen oder Monate vor dem deutschen Angriff in Gebrauch. Die eingeritzten Initialen „K.P.“ im Nackenschirm deuten darauf hin, dass er aber noch getragen wurde. Vielleicht auch erst von einem Soldaten in einer der französischen Einheiten, die 1944 gemeinsam mit anderen alliierten Einheiten kämpften. Diese wurden zwar mit britischen oder US-amerikanischen Uniformen ausgestattet, trugen jedoch, wenn möglich, französische Helme zur Sichtbarmachung ihrer nationalen Identität.  Nach dem Krieg entwickelte Frankreich einen an den US-amerikanischen M1 orientierten Helm, das modifizierte „Adrian“-Modell trugen lediglich Motorradfahrer bis in die 1960er.

Quellen

Doughty, Robert A.: The Seeds of Disaster – The Development of French Army Doctrine, 1919-1939, Mechanicsburg 1985.

Hennequin, Roland: Französische Militärhelme des 20. Jahrhunderts – Werdegang und Bestimmung 1900-1944, Band 1, Paris 1999.

Kraus, Jürgen: Stahlhelme, vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart, Ingolstadt 1984.

Pöhlmann, Markus: Der Panzer und die Mechanisierung des Krieges – Eine deutsche Geschichte 1890 bis 1945, Paderborn 2016.

https://www.world-war-helmets.com/fiche/Casque-Francais-Mle-35

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