Exponate

Mit Betreten des Museums begibt sich unsere BesucherInnen auf eine Reise durch die Militärgeschichte. Der orange Faden dient dabei auf den über 10.000 qm² Ausstellungsfläche als Reiseleiter durch die Entwicklung der deutschen gepanzerten Truppen im 20. Jahrhundert. Die Dauerausstellung des Deutschen Panzermuseum Munster umfasst ca. 6.000 Exponate und erstreckt sich über 5 Hallen.

Die Exponate umfassen Panzer aller Art (Kampfpanzer, Schützenpanzer, Flakpanzer, Sturmgeschütze, Spähpanzer, Panzerartillerie usw.), militärische Lastkraftwagen, Personenkraftwagen und Motorräder. Neben militärischen Panzerfahrzeugen kann man auch zahlreiche Handfeuerwaffen aller Art (Gewehre, Sturmgewehre, Maschinengewehre, Blankwaffen, Panzerbüchsen, Pistolen etc.), Uniformen, Orden und Ehrenzeichen, Turmtrainer, Funkgeräte und Zieloptiken, sowie Ausrüstung aller Art im DPM entdecken.

Dem Besucher werden aber nicht nur technische Details zu den einzelnen Exponaten geliefert, sondern er erhält einen Einblick in den historischen Hintergrund der Fahrzeuge. Hier spielen Kultur und Sozialgeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Politik eine wichtige Rolle.

Im Eingangsbereich sind die Ursprünge der gepanzerten Streitkräfte dargestellt. In der Halle 1 findet der Besucher Panzer, Geschütze und Motorräder des Ersten und Zweiten Weltkrieges, die auf einem Rundgang chronologisch geordnet sind. In den „Elementen des Krieges“, einem separaten Raum innerhalb der Halle 1 sind Militärspielzeug, Handwaffen, Uniformen und Orden ausgestellt.
In Halle 2 sind die Panzer und Fahrzeuge der NVA und der Bundeswehr ausgestellt. In der dritten Halle sind neuere Modelle der Bundeswehr und anderer Armeen wie der israelischen und schwedischen Armee ausgestellt. Seine Reise durch die Militärgeschichte beendet der Besucher in einem nachgestellten Lager der Bundeswehr, wie es heute in Afghanistan stehen könnte.

Am Ende der Dauerausstellung findet man Museumsshop und Cafeteria.

Benjamin-Zitat

WER ABER DEN FRIEDEN WILL, DER REDE VOM KRIEG.“

Seit Mai 2016 prangt dieses Zitat des Philosophen Walter Benjamin (1892-1940) am Deutschen PanzermuseumMunster.
Wer war der Mann?

Walter Benjamins wirkte als Übersetzer (unter anderem von Proust, Balzac und Baudelaire) und als Philosoph. Sein Denken umkreiste die Schnittstellen von Sprache und Erkenntnis, von Literatur und Philosophie. Er war mit Brecht und Adorno befreundet, beschäftigte sich mit dem dialektischen Materialismus und wird dem erweiterten Kreis der Frankfurter Schule zugerechnet. Vor allem jedoch war er ein Freigeist, undogmatisch und ungebunden. Seine Werke sind zu seinen Lebzeiten nur wenig rezipiert worden; seit den 1960er Jahren jedoch gilt Benjamin als einer der großen Denker des 20. Jahrhunderts. Der Deutschlandfunk nannte ihn 2014 „eine der Lichtgestalten der deutschen Philosophie.“

Ein Berührungspunkt zwischen seiner Arbeit und der Museumswelt ist vor allem der Aufsatz „Das Kunstwerk im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit“ von 1935, in dem er den Begriff der „Aura“ herausarbeitete. Dieser Begriff ist bis heute ein zentraler Begriff der Museumsarbeit.

Als (assimilierter) Jude und (unorthodoxer) Kommunist in Deutschland wählte Benjamin 1933 das Exil, in dem er 1940 aus Angst vor einer Auslieferung an die Nationalsozialisten mit nur 48 Jahren Suizid beging.

Woher stammt dieses Zitat?

Das gewählte Zitat stammt aus dem Aufsatz „Friedensware“, einer Rezension des Buches „Flügel der Nike – Buch einer Reise“ (von Unruh) aus dem Jahre 1926. In diesem Buch geht Benjamin hart mit einem Pazifismus ins Gericht, der sich in Anschein und Habitus erschöpft. Er kritisiert, dass ein Pazifismus nichts nutze, der nicht die Kraft habe, sich offen und kritisch mit eben dem Krieg zu befassen, den er ablehnt. So ein unkritischer Pazifismus sei strukturell kaum mehr als ein moralisches Feigenblatt und oft ein nützliches Lippenbekenntnis für diejenigen, die in ihrem Innersten den Krieg doch für ein probates Mittel halten.

„Si vis pacem para bellum“ Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg. Marcus Tullius Cicero. Benjamin kannte diese antike Vorlage mit ziemlicher Sicherheit und kopierte sie hier keineswegs einfach. Die römische Redewendung zielt darauf ab, Frieden mit der Androhung und, wenn nötig, mit der Ausübung kriegerischer Gewalt zu erzwingen. Dies passt in eine Kultur, in der Krieg ein normales, handhabbares Mittel der politischen Auseinandersetzung war.

Benjamins Zitat will diesen Ansatz nach der Erfahrung des unkontrollierten, industriellen Massenschlachtens des Ersten Weltkrieges weiterentwickeln. „para bellum“ würde unter den Vorzeichen des Totalen Krieges keinen „pacem“, sondern nur endloses Leid und totale Vernichtung bringen. Wenn er aber unführbar geworden ist, muss die Menschheit Krieg künftig komplett vermeiden. Und um dies zu erreichen, müssen die unfassbaren Schrecken des im Jahre 1928 modernen Krieges ungeschönt und krass gezeigt, besprochen, erinnert werden – um jeder Versuchung zur Kriegführung den Boden zu entziehen. Eine kleine Änderung in der Wortwahl, eine große Änderung in der Aussage.

 

Und warum dieses Zitat am Panzermuseum?

Das Deutsche Panzermuseum Munster ist durch seine kommunalen und militärischen Träger eine Institution der Bundesrepublik Deutschland. Das Museum vertritt aktiv die Werte dieses Staates, zu denen auch die Ablehnung von Krieg als Instrument zählt, soweit dies irgend möglich ist. Sein Werkzeug dazu ist, die Besucherinnen und Besucher zur fundierten, kritischen und selbstständigen Auseinandersetzung mit dem Krieg anzuregen.

Der Satz ist eine wunderbar kondensierte Antwort auf die beiden häufigsten Kritiken am Museum: „Ein Panzermuseum braucht niemand.“ und „Sowas verherrlicht doch nur den Krieg.“ Das Zitat des Philosophen packt beide Einwände an der Wurzel: Wir reden vom Krieg, weil wir den Frieden wollen.

Ist dieser Satz in Munster nun nur ein nützliches Lippenbekenntnis oder eben doch echte Überzeugung? Kann die Logik überhaupt funktionieren oder sind es nur schöne Worte? Und wenn man von Krieg redet – wohin führen einen die Gedanken? Das sollen die Besucherinnen und Besucher des Panzermuseums selbst herausfinden. So lässt Benjamins Satz sie hoffentlich angeregt und kritisch das Museum betreten.

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Beirat

Das Deutsche Panzermuseum Munster wird durch einen Beirat beraten, der sich aus Vertretern von Politik, Militär und Wissenschaft zusammensetzt.

Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr DresdenHerr Oberst Dr. Armin Wagner,
Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden
Institut für ZeitgeschichteDr. Christian Hartmann,
Leonrodstraße 46B, 80636 München
Historisches Seminar der Universität HannoverHerr Prof. Dr. Karl-Heinz Schneider
Im Moore 21, 30167 Hannover
Deutsches Marinemusem
Dr. Stephan Huck,
Südstrand 125,
26382 Wilhelmshaven
Vertreter des Rates der Stadt MunsterHerr Jens-Oliver Kaiser
Herr Stefan Leunig
Herr Torsten von Scheffer
Ehemalige der BundeswehrHerr Brigadegeneral a. D. Klaus Feldmann
General der HeeresaufklärungstruppeOberst Ralph Malzahn,
Am Park 331, 29633 Munster
Erster Stadtrat der Stadt Munster (kooptiert)Herr Rudolf Horst
Hans-Krüger-Str. 33, 29633 Munster
Geschäftsführer Förderverein (kooptiert)Herr Uwe Gastrop
Hans-Krüger-Str. 33, 29633 Munster

Medienkontakt

Ansprechpartner für Medienvertreter im Deutschen Panzermuseum Munster:

Julia Engau, M.A.
Pressesprecherin
E-Mail oder +49 (0) 5192 / 899 151

Foto- , Film, und Audioaufnahmen
Das Fotografieren und Filmen zu privaten Zwecken ist gestattet. Als Vertreter der Medien nehmen Sie bitte Kontakt mit Frau Engau auf.

Aufnahmen und Vermessungen jeglicher Art zu gewerblichen und/oder wissenschaftlichen Zwecken sind nur mit schriftlicher Genehmigung erlaubt, ebenso der Verkauf von Videos, CDs etc. Darüber hinaus gehender Verkauf ist illegal und wird strafrechtlich verfolgt. Hier finden Sie unseren Antrag zur Foto- und Vermessungserlaubnis.

 

Kontakt

Besucherservice

Für allgemeine Anfragen, Fragen zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen oder um eine Führung zu buchen, nehmen Sie bitte Kontakt zu unserem Besucherservice auf.
+49 (0) 51 92 / 25 52 (während der Öffnungszeiten), E-Mail oder auch persönlich im Museum in der Hans-Krüger-Str. 33 in 29633 Munster (Örtze).

Hier finden Sie die Kontakte zum Museumsteam und zur Lehrsammlung.

Ralf Raths, M.A. - Direktor
Anfragen zu wissenschaftlichen Themen, Forschung und Museumspädagogik
und Leitung des Hauses.

+49 (0) 51 92 / 899 153 oder E-Mail
Julia Engau, M.A. - Pressesprecherin, stellv. Leitung
Anfragen zu Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Besucherservice und Personal

+49 (0) 51 92 / 899 151 oder E-Mail
Laura Haendel, M.A. - Kuratorin
Anfragen zum Depot, zu Schenkungen und Leihgaben

+49 (0) 51 92 / 898 334 oder E-Mail
Dennis Brauer - Leitung Shop
Anfragen zu Shop, Online-Shop und Cafeteria

+49 (0) 51 92 / 899 157 oder E-Mail

Objekt des Monats 06/2020

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
Da wir uns bemühen auch besonders Stücke au...

Das Deutsche Panzermuseum Munster (DPM) sucht schnellstmöglich eine Leitung für seinen Shop, seine Cafeteria und seinen Onlineshop. (w/m/d).

Hier finden Sie die detaillierte Auschreibung.

Objekt des Monats 05/2020

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
Da wir uns bemühen auch besonders Stücke au...

Detaillierte Ausschreibung als PDF

Das Deutsche Panzermuseum Munster (DPM) sucht zum 01.09.2020 eine*n Museumspädagog*in (m/w/d). Die Stelle ist zunächst befristet für die Dauer von zwei Jahren...

Ab dem 15.05.2020 wird das Panzermuseum wieder regulär geöffnet sein.

Bitte halten Sie sich an die Auflagen zum Besuch:

  • Der Besuch aller Bereiche des Museums nur mit Maske gestatt...

Objekt des Monats 04/2020

Beim Objekt des Monats erzählen wir die (Kurz-) Geschichte eines besonderen Objekts aus dem Panzermuseum.
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22.08.2020Panzer des Monats: Thementag Pionierpanzer: M48 Brücke | Bergepanzer M48 | Bergepanzer 1 M88 | M 48 M2 GA2 | Mars | Biber | Keiler | Fuchs | Dingo | Wiesel
05.09.2020Panzer des Monats: Thementag Radfahrzeuge und Panzerjäger: Kürassier | Unimog | Munga | Kraftkarren | Borgward | 5 to MAN